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Spielen macht eben viel Spaß: „Geißenmutter“ Marie Klink (67) aus Waldrennach scharte ihre „sieben Geißlein“ gerne um sich, ließ sie aber auch toben.  Foto: Molnar
Spielen macht eben viel Spaß: „Geißenmutter“ Marie Klink (67) aus Waldrennach scharte ihre „sieben Geißlein“ gerne um sich, ließ sie aber auch toben. Foto: Molnar
Von wegen Dornröschenschlaf: Die Darsteller in Dennach brachten den Märchenklassiker mit viel Witz und Vitalität auf die Open-Air-Bühne. Foto: Molnar
Von wegen Dornröschenschlaf: Die Darsteller in Dennach brachten den Märchenklassiker mit viel Witz und Vitalität auf die Open-Air-Bühne. Foto: Molnar
Beliebt bei den Kindern: Guido Zurborg kümmerte sich als Onkel Fritz nicht nur um „Max und Moritz“.  Foto: Molnar
Beliebt bei den Kindern: Guido Zurborg kümmerte sich als Onkel Fritz nicht nur um „Max und Moritz“. Foto: Molnar
Schaut her: „Großmutter“ Inge Sonns zeigt das rote Käppchen.  Foto: Molnar
Schaut her: „Großmutter“ Inge Sonns zeigt das rote Käppchen. Foto: Molnar
26.07.2015

Märchenbeleuchtung Dennach: Von Wind und Windkraft angeregt

Beleuchtet waren die 21 Märchen in Dennach zwar kaum. Der kräftige Wind machte den Helferinnen, die am ersten Abend mehr als 3000 Lichterbecher anzünden wollten, schwer zu schaffen. Dafür leuchteten die Gesichter der vielen geschminkten und verkleideten Darsteller umso mehr. 119 Laienschauspieler wirkten bei der 64. Märchenbeleuchtung mit, davon rund 100 Kinder.

Diesmal gab es einen regelrechten Ansturm auf die Rollen, drei Wochen vorher waren fast alle besetzt. „Das war gigantisch“, freuten sich Susanne Kruschel, Tina Diener und Elfi Conrad über die vielen Anmeldungen. Und wenn es auch einen plötzlichen Kälteeinbruch gab: „Man muss das positiv sehen“, so Diener angesichts des ausbleibenden Regens. Ohne Probe wurden Klassiker wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ nachgespielt, aber auch Kindergeschichten wie „Pumuckl“ und „Jim Knopf“. Sobald der Applaus der Besucher verhallte, fing das Spiel von vorne an.

Märchen wurden lebendig

Zwei Stunden lang hauchten die Akteure den Märchenbuchfiguren von den Gebrüdern Grimm, Wilhelm Busch oder Astrid Lindgren neues Leben ein. „Endlich, nach Jahren des Wartens ist meine Rache erfüllt“, freute sich zum Beispiel die böse Fee über „Dornröschens“ Stich an der Spindel. Zum zehnten Mal spielte die Neuenbürger Abiturientin Lisa-Marie Göttert bei dem Sommerspektakel rund um das alte Schulhaus mit. „Die Atmosphäre ist immer so schön“, schwärmte die 18-Jährige. Auch Melissa Dauth als gute Fee und Clara Kondziella als Dornröschen sind schon lang dabei, Annabell Hörter aus Würm sogar schon seit 14 Jahren. „Ich habe mit fünf Jahren angefangen“, erzählte die „Prinzen“-Darstellerin. Und während die jungen Köche Jakob und Sebastian noch „Pommes aus Zuckerwatte“ brauten, zerrten „Max und Moritz“ alias Michael und Silas nebenan an der Schlafmütze von Onkel Fritz. „Käfer, Millionen Käfer“, klagte dieser in seinem Bett und jagte den „schlimmsten Verbrechern zwischen Schwann und Dobel“ hinterher – ganz zur Freude der zuschauenden Kinder.

Kartentricks vorgeführt

Mit ins Spiel wurden sie bei „Pippi Langstrumpf“ gezogen: Die achtjährige Shayenne aus Huchenfeld stieß nicht nur ein Geburtstagslied für Annika alias Elayne an, sondern posierte auch für ein Fotoshooting. Lukas führte als Tom indes seine Kartentricks vor. Munter im Garten spielten auch die „sieben Geißlein“ von „Geißenmutter“ Marie Klink. „Sie sind schlau und anständig“, hatte die für die Rolle wie geschaffene 67-Jährige aus Waldrennach sichtlich Spaß an ihrem ersten Auftritt. Um die Wette rannten die Schwestern Charlotte und Viktoria bei „Hase und Igel“, zusammen mit Igelfrau Malin, um den gesamten Platz dagegen die lautstarken „Sieben Schwaben“. Bei ihrer Jagd nach der kleinen Häsin Mérette legten die Dennacher Männer eine Spezialeinlage ein: „Potz Blitz, eine Windkraftanlage. Wir müssen einen schweren Kampf bestehen“, brüllten sie.

Aufgrund des Sturms waren die Kulissen extra gesichert worden. Auch die Zelte des Marktplatzes mit Speisen, Karussell und Musik wurden nochmals festgezogen. Außer drei ausgefallenen Darstellern blieb alles an Ort und Stelle. „Es hätten mehr Besucher sein können“, zeigte sich Thomas Mast von der Festgemeinschaft Dennach dennoch zufrieden.