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Der Musikverein Mühlhausen unter der Leitung des Dirigenten Harald Hasslach überzeugte.   Fux
Der Musikverein Mühlhausen unter der Leitung des Dirigenten Harald Hasslach überzeugte. Fux
05.12.2016

Magische Momente: Musikverein Mühlhausen begeistert mit einem ganz besonderen Konzert

Weihnachten kann kommen, denn besser und besinnlicher als der Musikverein Mühlhausen kann man mit einem Weihnachtskonzert nicht auf das Fest der Liebe einstimmen. Die mehr als 300 Gäste in der Würmtalhalle waren begeistert.

Das Blasorchester unter der Leitung von Harald Hasslach brillierte, auch in kleinen Formationen wie als Blechbläserquintett, Holzbläser- oder Saxofonensemble überzeugten die Musiker.

Spielfreudiges Orchester

Auch witzige Kompositionen kamen gut an, darunter „The Saints-Hallelujah“. Eine Komposition aus Händels „Hallelujah“ und dem bekannten Titel „When the Saints go marching in“, gespielt vom Blechbläserquintett im Stil des original Canadian Brass, dabei zeigte Solist Florian Jost an der Posaune Musikalität und Koordinationsgeschick.

Es sind nicht nur Talente, die überzeugen, auch die Musikauswahl ist besonders. Denn diese ist keineswegs abgedroschen, da mischen sich munter Takte altbekannter Weihnachtstitel unter „Smoke on the water“, „See you later alligator“ oder „We will rock you“, aber auch das Thema aus „Herr der Ringe“ oder der Krönungsmarsch aus der Oper „Der Prophet“ begeistern Publikum und ein spielfreudiges Orchester gleichermaßen. In den Bann ziehen obendrein fünf Stimmen des A-cappella-Chores „Nebensache“ aus Karlsruhe, die nur durch munderzeugte Beats Rhythmen entstehen lassen und durch ihre Stimmen neue Klangwelten schaffen und Lieder wie „Die Gedanken sind frei“ oder „In einem kühlen Grunde“ im völlig neuen Vocal-Gewand präsentieren.

Zu einem Genuss mit besonderer Note wird das Zusammenschmelzen von Chor und Orchester mit „Only Time“ oder „Gabriella’s Song“. Bezauberndes Weihnachtsflair zwischen den musischen Darbietungen streute immer wieder Simone Unger-Krystek ein. Denn die studierte Sängerin, die mit ihrer Familie in Mühlhausen lebt, las die weihnachtlichen Texte, die mal heiter, mal besinnlich waren, mit solcher Hingabe und Lebendigkeit, dass diese vor dem geistigen Auge szenisch wurden. Atmosphäre schufen zusätzlich deckenhohe Lichtsäulen, die passend zur Musik und zum Gesang für Farbspiele sorgten und die Mehrzweckhalle für über vier Stunden in eine beeindruckende Konzerthalle verwandelten. Es ist aber auch die Handschrift des Dirigenten Hasslach, die überzeugt. Denn wenn der Leiter des Orchesters zur Feder greift und wie „In a sentimental Mood“ die Musik für sein Mühlhausener Blasorchester selbst zusammenstellt und arrangiert, dann ist höchster Musikgenuss mit vielen Soloparts, die für Gänsehaut sorgen, vorprogrammiert. Da überzeugen Steffi Thierry an der Oboe und am Englischhorn, Mathis Grote an der Trompete, Carlo Hasslach am Saxofon und Juliane Conle an der Querflöte. Ähnlich ist es mit den „Magischen Momenten“ der Filmmusik, auch dort hatte der Dirigent seine Finger beim Arrangieren im Spiel, eingebaut sind einige Solokadenzen für Bläser.