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Der Dachstuhl ausgebrannt, die Fassade verrußt, das Absperrband der Ermittler hängt noch: Der Brandanschlag auf das geplante Flüchtlingsheim im Singener Gewerbegebiet Meilwiesen könnte vor ein paar Tagen stattgefunden haben. Dabei ist die Tat sieben Monate her. Nach Willen der Gemeinde soll die Ruine nun abgerissen werden. seibel
16.02.2016

Mahnmal soll verschwinden: Geplantes Asylheim in Singen wird nach Brandanschlag abgerissen

Remchingen-Singen. Ein wenig sieht es aus, als sei die Zeit an der Singener Meilwiesenstraße stehen geblieben, seit dort im Juli ein geplantes Flüchtlingsheim einer Brandstiftung zum Opfer gefallen war. Das ausgebrannte ehemalige Vereinshaus ist wie in der Zeit der intensiven Polizeiermittlungen mit einem Metallzaun umgeben. Und auch die Absperrbänder der Ermittler sind noch zu sehen – umrankt von Brombeeren.

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2015 brannte in Remchingen eine geplante Flüchtlingsunterkunft.

Nun kommt erstmals seit der Festnahme eines Verdächtigen im Oktober wieder Bewegung in den Fall. Zum einen wollen die Ermittlungsbehörden noch im Februar mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit, wie Bernhard Ebinger, der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Pforzheim sagt. Ein zum Zeitpunkt der Verhaftung 42-Jähriger aus dem Enzkreis sei weiterhin dringend tatverdächtig. Und auch der Haftgrund bestehe nach wie vor – auch wenn der Mann nach monatelangem Schweigen die Vorwürfe mittlerweile abstreitet.

Sozialwohnungen geplant

Zum anderen beschäftigt die Singener Brandruine, die Remchingen bundesweit in die Schlagzeilen gebracht hatte, am Donnerstag den Gemeinderat. Das einstige Vereinsheim soll abgerissen werden. Das steht für alle vier Fraktionen des Gremiums fest. Die Abstimmung in der morgigen Sitzung des Gremiums ist daher nur noch Formsache. Auseinander gehen die Meinungen darüber, was aus dem Gelände werden soll. Zwar sind sich alle einig, dass dort wieder bezahlbarer Wohnraum entstehen soll. Doch nur die Grünen wollen dort zunächst ausschließlich Flüchtlinge unterbringen: „Das Gebäude ist nach einem Gemeinderatsbeschluss dafür bestimmt. Die Widmung soll erhalten bleiben. Es fehlt nur das Gebäude“, sagt Klaus Fingerhut. Sein Kollege Till Siegenthaler ergänzt: „Remchingen muss vorbereitet sein und Kapazitäten schaffen.“

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Das abgebrannte Flüchtlingsheim in Singen.

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