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Wo die deutsche Motorradgruppe auch anhielt, überall wurde sie stets von neugierigen und freundlichen Iranern umringt. Fotos: Privat
Wo die deutsche Motorradgruppe auch anhielt, überall wurde sie stets von neugierigen und freundlichen Iranern umringt. Fotos: Privat
Teezeremonie auf Persisch: Die Stimmung auf der Fahrt war prima. Im Bild das Motorradtrio aus Deutschland (rechts am Tisch von hinten links): Martin Scheerer, Henning Willig und Wolfgang Fläschner.
Teezeremonie auf Persisch: Die Stimmung auf der Fahrt war prima. Im Bild das Motorradtrio aus Deutschland (rechts am Tisch von hinten links): Martin Scheerer, Henning Willig und Wolfgang Fläschner.
Im Iran gibt es nur „bleifreies“ Bier.
Im Iran gibt es nur „bleifreies“ Bier.
Interkulturelle Begegnung im Iran: in der Mitte Henning Willig aus Weiler.
Interkulturelle Begegnung im Iran: in der Mitte Henning Willig aus Weiler.
06.08.2015

Mann aus Keltern fährt mit dem Motorrad durch den Iran

Nach vielen Abenteuern in Russland, der Mongolei und Zentralasien (PZ berichtete) interessierte das expeditionserfahrene Motorradtrio aus Henning Willig, Martin Scheerer und Wolfgang Fläschner dieses Mal der Iran, nicht zuletzt, weil er gerade in den Schlagzeilen ist.

Im Reisebericht des begeisterten Motorradfahrers aus Weiler heißt es: Die Vorbereitungen waren übersichtlich und schnell gemacht, da wir schon Routine haben. Wegen der zu erwarteten Temperaturen kam nur der Frühling in Betracht und die Wahl der Motorräder kam auf BMW Baujahr 1993 und Honda Baujahr 1990 beziehungsweise 1988, weil sie robust und einfach zu reparieren sind. Viele Bekannte und Verwandte dachten, dass Sie uns nicht mehr sehen würden, da wir uns in einen als gefährlich deklarierten schiitischen Gottesstaat aufmachten. Sämtliche Befürchtungen waren absolut unbegründet, jedenfalls soweit wir es erlebt haben. Über den Balkan und die südliche Türkei sind wir über die kurdischen Gebiete der Türkei an die Grenze zum Iran bei Dogubayazit nach knapp 5000 Kilometern in einer Woche angekommen. Erstaunlich war, dass trotz vermeindlichem, westlichem Wirtschaftsembargos gegen den Iran an der Grenze weit über 1000 Lastwagen auf die Abfertigung warteten. In Tabriz angekommen, sahen wir eine pulsierende Stadt mit sehr freundlichen Leuten, die an uns und unseren Motorrädern sehr interessiert waren.

Oftmals waren wir bei kurzfristigen Stopps von 30 und mehr Menschen umringt und wurden mit allerlei Fragen bombardiert, aber immer respektvoll. Wir haben auf unseren Reisen selten so viele nette, offene und freundliche Menschen erlebt. Die Fragen waren immer: Where are you from? Unsere Antwort lautete: Allman. Die Reaktion darauf war immer mit Respekt für Deutschland verbunden. Fast alle jungen Männer konnten alle Bundesliga-Mannschaften aufzählen. Des Weiteren wurde der deutsche Beitrag in den Atomverhandlungen positiv bewertet. In vertraulichen Gesprächen wurde teilweise sehr offen Kritik an der Staatsführung geübt. Festzustellen ist auch, dass es in der sehr jungen Bevölkerung junge geistige Vertreter gibt, die die islamische Republik unterstützen. Nachdem in jüngster Zeit viel in unseren Medien über die Rolle der Frauen im Islam berichtet wurde, erstaunte es uns sehr, dass wir von jungen Frauen angesprochen wurden. Es stellte sich oft heraus, dass es junge Studentinnen waren, die sich für uns interessierten und uns auch Informationen über ihr Land gaben.

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