nach oben
Übergabe des Siegels (von links) mit Michaele Ungerer, Holger Hofmann, Luca-Wilhelm Prayon und Pia Yvonne Schäfer. Foto: Roller
Übergabe des Siegels (von links) mit Michaele Ungerer, Holger Hofmann, Luca-Wilhelm Prayon und Pia Yvonne Schäfer. Foto: Roller
20.07.2017

Maßnahmenbündel für Kinder führt Remchingen an die deutsche Spitze

Remchingen. Von einem „wunderbaren Ereignis“ sprach Remchingens Bürgermeister Luca-Wilhelm Prayon. Der Verwaltungschef hatte allen Grund dazu: Seine Gemeinde hat nun auch offiziell das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhalten. Damit verpflichtet sie sich, die UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene umzusetzen. Sie ist bundesweit erst die achte Kommune, die diese Auszeichnung erhält. Vor rund zweieinhalb Jahren hatte sich Remchingen bei dem gleichnamigen Verein um die Teilnahme an dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ beworben.

Nach einer Analyse der Ausgangssituation hat man einen 13 Maßnahmen umfassenden Aktionsplan erarbeitet, der zeitlich fixierte Ziele, klare Verantwortlichkeiten und ein angemessenes Budget enthält. Dazu gehören unter anderem Fortbildungen zu Kinderrechten, die Verankerung eines Kinder- und Jugendbeauftragten in der Verwaltung, die Einrichtung eines Familien-, Kinder- und Jugendbüros, der Aufbau eines Bildungsnetzwerks, Möglichkeiten zur Partizipation, das Einrichten von Treffpunkten für Kinder und Jugendliche, die Verbesserung der Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen sowie Bildungsangebote.

Nachdem der Gemeinderat dem Aktionsplan im April einhellig zugestimmt hatte, wurde er der Sachverständigenkommission des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“ zur Bewertung vorgelegt. Dort war man der Meinung, der Plan sei „eine runde Sache“. So drückte es Pia Yvonne Schäfer aus. Die stellvertretende Vorsitzende der Sachverständigenkommission lobte, die darin vorgestellten Maßnahmen würden gut ineinander greifen. In den kommenden Jahren muss die Gemeinde die selbst gesteckten Ziele in die Tat umsetzen. Ob und wie sie das tut, kontrolliert der Verein genau. Schon in anderthalb Jahren sei ein Halbzeitgespräch mit Kindern und Jugendlichen der Gemeinde geplant, sagte Schäfer. „Sie sollen uns sagen, ob der Plan aus ihrer Sicht greift.“ Nach drei Jahren kann sich die Gemeinde erneut um das Siegel bewerben. „Wir legen hier eine wichtige Grundlage für später“, ist sich Michaela Ungerer sicher. Sie betreut das Projekt bei der Gemeindeverwaltung und betonte, die Maßnahmen seien langfristig angelegt und würden oft nicht nur den Kindern, sondern allen Remchingern zugutekommen.