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Bürgermeister Andreas Felchle (von links), Hubert Fritz, Peter Bugar und Dieter Dziellak freuen sich über die mittlerweile drei Jahrzehnte währende Partnerschaft mit der Gemeinde Altkirchen.  Foto: Frommer 

Maulbronn zeigt sich gleich mehrfach in Feierlaune: Neben der Deutschen Einheit wird auch weiteren Jubiläen gedacht

Maulbronn. Mit einer Feierstunde beging die Klosterstadt am Samstag zwei Jubiläen: den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit und die freiwillige Fusion der Gemeinde Schmie mit Maulbronn vor 50 Jahren. Ein Trompetenquintett der Stadtkapelle Maulbronn – Bianka Winkler, Aleksander Fink, Volker Duss, Christian Glier und Frank Duss – gab der Veranstaltung vor dem Gebäude der Firma Kohler Verpackungstechnik musikalisch den roten Faden: Das Ensemble brachte neben der Nationalhymne einen Rondo, Händels Feuerwerksmusik und einen Rag zu Gehör. Zwischen den Bläsertiteln erinnerten mehrere Wortbeiträge unterschiedlicher Redner an die Wiedervereinigung Deutschlands und an die Kommunalreform Baden-Württembergs Ende der 1960er-Jahre, die auch den Beschluss der Zusammenführung der Gemeinde Schmie mit der Klosterstadt Maulbronn brachte.

Ein überzeugender Erfolgsweg

„Die Eingemeindung hat sich vollkommen bewährt – ohne das Besondere des Dörfleins Schmie kaputtzumachen“, befand Andreas Felchle, der Bürgermeister der Stadt Maulbronn. Dies gelte, so Felchle weiter, „auch für Zaisersweiher“. Den Rückblick auf die Gemeindefusion trug mit Wolfgang Vallon, dem ehemaligen Stadtrat aus Schmie, ein echter Zeitzeuge vor. Wolfgang Vallon beschrieb detailliert und kenntnisreich den Weg der am 1. Januar 1970 vollzogenen Eingemeindung und unterstrich die hohe Zustimmung (75 Prozent) zur Fusion und zum Vertrag (93 Prozent) zwischen Schmie und Maulbronn. Ottilie Läkemäker aus Mühlacker steuerte nach Wolfgang Vallons Ansprache ein Gedicht aus dem Fundus ihrer Eltern bei, das die Zusammenführung von Gemeinde und Stadt zeitgenössisch, augenzwinkernd heiter und positiv beschrieb.

Gäste aus nah und fern

Knapp 70 Gäste fanden sich bei der Feierstunde ein, darunter auch der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert (FDP), der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum und der CDU-Landtagskandidat Philippe Singer. Den „weitesten Anreiseweg“, so unterstrich Andreas Felchle, dürften die beiden ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Altkirchen – Hans-Peter Bugar und Hubert Fritz – gehabt haben. Beide sprachen kurze Grußworte, überreichten Andreas Felchle und seinem Vorgänger Dieter Dziellak Präsente, darunter eine Gedenktafel, die an geeigneter Stelle sowohl an „30 Jahre Deutsche Einheit“, als auch „30 Jahre Partnerschaft Altkirchen – Maulbronn“ erinnern wird. Gerade die aus dem Vollzug der deutschen Wiedervereinigung entstandene Freundschaft der Klosterstadt mit der Gemeinde im ostthüringischen Altenburger Land (nahe der Stadt Schmölln) und ihrer (aktiven wie ehemaligen) Bürgermeister verlieh der kleinen Feierstunde in Maulbronns Industriegebiet „Talweg“ ihren individuellen Charakter.