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16.10.2015

Mediziner wollen Flüchtlingen koordiniert helfen

Pforzheim/Enzkreis. Die rasant gestiegenen Zahlen an Flüchtlingen stellen auch das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. „Diese Entwicklung zwingt uns, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen“,erklärt die Leiterin des Gesundheitsamts, Brigitte Joggerst. „Damit eröffnen sich uns gleichzeitig bisher ungeahnte Perspektiven.“ So hat das Gesundheitsamt nungemeinsam mit der Ärzteschaft ein konstruktives und pragmatisches Handlungskonzept für die medizinische Versorgung erarbeitet.

„Wir wollen damit Facharztbesuche koordinieren und verhindern, dass die Flüchtlinge unkoordiniert und eventuell auch unnötig in die Notfallambulanzen der Kliniken oder zu den niedergelassenen Ärzten kommen“, so Joggerst. Bereits seit September werden regelmäßig ärztliche Vor-Ort-Sprechstunden in zwei größeren Asyl-Unterkünften abgehalten. „Die Bezirksärztekammer Nordbaden als Vertretung aller Ärzte und die Ärzteschaft Pforzheim/Enzkreis als deren Vertretung vor Ort stellen sich der Aufgabe, gemeinsam mit den lokalen Behörden und Institutionen die Flüchtlinge zu versorgen. Auch die Kassenärztliche Vereinigung wird in Koordination mit der Ärztekammer ihr Wissen und Teile ihrer Organisationsstruktur mit zur Verfügung stellen“, so Markus Haist, Vorsitzender der Kreisärzteschaft.