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Foto: Symbolbild © dpa
06.12.2016

Mehr Anzeigen gegen Flüchtlinge im Enzkreis

Konkrete Zahlen gibt es nicht – die legt die Polizei erst im neuen Jahr auf – , aber Tendenzen: Demnach hat die Polizeidirektion Karlsruhe im laufenden Jahr einen Anstieg bei den Anzeigen gegen Asylbewerber wegen sexueller Übergriffe verzeichnet.

Während die Zahlen im Stadtbereich von Karlsruhe zurückgingen, gab es eine Steigerung im Enzkreis. Allerdings gehe es da um Zahlen im unteren einstelligen Bereich.

Über die Gründe lässt sich bislang nur spekulieren: „Mehr Menschen, mehr Straftaten“, ist laut Pressesprecherin Sabine Doll wohl einer, außerdem habe sich das Anzeigeverhalten seit der Kölner Silvesternacht verändert. Strafrechtlich sind die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Enzkreis laut Sozialdezernentin Katja Kreeb noch nicht mit schwerwiegenden Delikten aufgefallen. „Ich will nichts verharmlosen, aber der große Teil der jungen Flüchtlinge ist, was das Verhalten angeht, erstaunlich problemlos. Bei einer Handvoll Jugendlicher gibt es allerdings tiefgehende Verhaltensauffälligkeiten.

Manche haben nie gelernt, Regeln einzuhalten.“ Von den 151 unbegleiteten Minderjährigen leben 15 in Pflegefamilien, rund 65 in Jugendhilfeeinrichtungen und etwa 70 bei Verwandten. Wir versuchen alles an engmaschiger Betreuung zu bieten“, so Kreeb. „Die beste Prävention ist, eine Zukunftsperspektive zu bieten. Trotzdem gibt es keine hundertprozentige Sicherheit – die gibt es aber auch nicht bei deutschen Jugendlichen.“

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