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Immer mehr Schüler mit ausländischem Pass wechseln nach der Grundschule auf die Realschule oder das Gymnasium.
Immer mehr Schüler mit ausländischem Pass wechseln nach der Grundschule auf die Realschule oder das Gymnasium. © dpa
29.01.2013

Mehr Ausländer an Realschule und Gymnasium

Ausländische Schüler drängen verstärkt in Realschulen und Gymnasien. Dramatischer Rückgang an den Hauptschul-Standorten auch im Enzkreis.

Das baden-württembergische Schulsystem wandelt sich gehörig: Das Ende der früher verbindlichen Grundschulempfehlung für die weiterführenden Schulen hat gravierende Folgen. Seit 2012 haben Eltern die freie Wahl. Zum einen bluten die Haupt- und Werkrealschulen landesweit, aber auch in der Region regelrecht aus. Damit verbunden zeigt sich nun ein weiterer Trend: Kinder mit ausländischem Pass gehen verstärkt auf Realschulen und Gymnasien, wie das Statistische Landesamt in Stuttgart bekannt gab. Wechselte im Schuljahr 2011/12 noch fast jeder zweite Abgänger aus der Grundschule ohne deutschen Pass auf eine Haupt- oder Werkrealschule, so war es im laufenden Schuljahr nur noch gut jeder vierte.

Von den ausländischen Schülern in Baden-Württemberg entschieden sich 28 Prozent für eine Werkreal- oder Hauptschule, knapp 38 Prozent für eine Realschule und 30 Prozent für ein Gymnasium. Die Übergangsquote aus- und inländischer Schüler hat sich bei den Realschulen fast angeglichen. Beim Gymnasium ist es anders: Denn 45 Prozent der deutschen Viertklässler wählten das Gymnasium. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) bezeichnete die Zahlen als erfreulich. „Grün-Rot hat die Bildungschancen der ausländischen Schüler deutlich erhöht“, sagte Stoch. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) erklärte dagegen, es müsse sich erst herausstellen, ob den Kindern auch Abschlüsse gelingen würden.

Der landesweite Schülerrückgang an Haupt- und Werkrealschule hat sich in diesem Schuljahr ausgeprägt. Nur noch 15,8 Prozent der Grundschulabgänger gingen auf diese Schulart – das ist ein Minus von acht Prozentpunkten. Auf die Realschule entfällt ein Anteil von 37,1 Prozent aller Fünftklässler, das sind drei Punkte mehr als im Vorjahr. Das Gymnasium war mit 43,9 (Vorjahr: 40,9 Prozent) die beliebteste Schulart.

Tiefpunkt im Enzkreis

Für die Standorte im Enzkreis mit einer Haupt- oder Werkrealschule wird es immer enger – zumal die nächste Anmeldungsrunde für die höheren Schulen bereits naht. Die Zahl der Hauptschüler im Enzkreis ist auf einen historischen Tiefpunkt gesunken: Dieses Jahr sind nur noch 259 Fünftklässler auf einer der 23 Haupt- oder Werkrealschulstandorte im Enzkreis – im vergangenen Schuljahr waren es noch 426.

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