760_0900_98671_102513444.jpg
Wer alte Gemäuer in Ortskernen saniert oder ausbaut soll vom Kreis Calw dafür Unterstützung bekommen. dpa-archiv

Mehr Hilfen für Sanierung alter Wohnhäuser ausgelotet

Bauherren, die in Ortskernen alte Häuser sanieren oder ausbauen, wollen die Kreisräte des Calwer Kreistags weiter unterstützen. Doch der Antrag der Grünen-Fraktion, die Gebühren für die Sanierung von Altbauwohnungen zu senken, fand im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss keine Mehrheit. Das Thema sei wichtig, beschäftige mittlerweile alle Gemeinden im Landkreis, aus rechtlichen Gründen sei es aber nicht möglich, die Gebühren für die Befreiung von Vorschriften zu senken, erklärte die Kreisverwaltung.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Großmann und Volker Schuler als Sprecher der Freien Wähler sagten, die Weiterentwicklung alter Wohnsubstanz spiele in allen Gemeinden eine große Rolle, an den Gebühren ließe sich nach geltendem Recht aber nicht schrauben.

Nachteil gegenüber Neubauten

Aus Sicht des Grünen-Fraktionschefs Johannes Schwarz ist dabei aber eine Unwucht gegenüber der Bebauung von neuen Grundstücken entstanden. „Die Gebühren für Hausbesitzer, die aufwendig alte Wohnräume modernisieren und zudem oft Probleme mit historisch bedingten kleinen Baufenstern lösen müssen, sind zum Teil vierstellig“, so Schwarz. Der Kreis müsse diese Nachteile ausgleichen, damit die Sanierung alter Häuser attraktiver wird, forderten die Grünen.

Gebühren für Umbauten und Ausnahmen von Vorschriften seien tatsächlich manchmal hoch, bestätigte die Verwaltung. Die Beträge bildeten jedoch den zusätzlichen Aufwand der Bauämter ab. Eine Absenkung der Preise würde dazu führen, dass die Ämter das fehlende Geld in der Kasse mit Anhebungen bei allen anderen Bauvorhaben ausgleichen müssten. Das Landratsamt und die Kreisräte wollen aber an dem Thema dranbleiben. Möglicherweise bildet der Kreistag einen Arbeitskreis, der mehr Hilfen für die Innenentwicklung in den Gemeinden auslotet.