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Wildes Parken in Keltern: Mit Knöllchen durch einen Gemeindevollzugsbediensteten wird auch künftig keiner rechnen müssen. Symbolfoto: dpa, Archiv
Wildes Parken in Keltern: Mit Knöllchen durch einen Gemeindevollzugsbediensteten wird auch künftig keiner rechnen müssen. Symbolfoto: dpa, Archiv
11.11.2015

Mehrheit in Keltern gegen Knöllchen

Am Ende der kontrovers geführten Diskussion im Kelterner Gemeinderat stand die Erkenntnis: Es gibt keine Mehrheit für einen Grundsatzbeschluss zur Einführung eines Gemeindevollzugsbediensteten. Bei acht Ja-Stimmen aus der Verwaltung, der CDU- und der Grünen-Fraktion votierten FWG und SPD dagegen, wobei auch Manfred Dengler (Grüne) dem Nein-Lager angehörte.

So ging die spannende Abstimmung 8:10 aus. Eröffnet hatte Bürgermeister Steffen Bochinger die Debatte mit einem überraschenden Bekenntnis. Noch vor geraumer Zeit habe er die Einführung eines Gemeindevollzugsbediensteten im eher übersichtlich strukturierten Keltern nicht für notwendig erachtet. Seine Meinung habe sich in den zurückliegenden Monaten aber fundamental geändert. Die Beschwerden und Klagen aus der Bevölkerung über versperrte Gehwege und rücksichtsloses, wildes Parken hätten in einem außerordentlichen Ausmaß zugenommen. Bochingers klares Bekenntnis: „Wir brauchen einen Gemeindevollzugsbediensteten für Keltern.“

Bochinger lag damit auf der Linie der CDU-Fraktion, die das Thema in der Vergangenheit per Antrag forciert hatte. Wobei Hermann Becker (CDU) bekannte, ebenfalls seine Meinung geändert zu haben. Manche Zeitgenossen verhielten sich mittlerweile so konsequent rücksichtslos, dass man mit Überzeugungsarbeit nicht mehr weiterkomme. Das Parken in Keltern habe stellenweise „dubiose Züge“ angenommen, konstatierte Becker. Widerspruch kam von Alfred Schweitzer (FWG). Andernorts habe man schlechte Erfahrungen mit einem Gemeindevollzugsbediensteten gemacht. Er stoße in Teilen der Bevölkerung auf offene Ablehnung und könne den Dorffrieden gefährden.

Dieter König (SPD) charakterisierte die Stelle als „Parkwächter“. Es gebe in Keltern aber dringlichere Anliegen. Weil man gravierendere Herausforderungen habe, müssten statt der Stelle eines Gemeindevollzugsbediensteten in den kommenden Haushaltsberatungen ganz andere Stellen geschafft werden, etwa eine halbe Stelle für die Integration von Flüchtlingen und eine weitere halbe Stelle für das Jugendzentrum. Walter Appenzeller (Grüne) unterstrich, dass sich seine Fraktion in der Beurteilung nicht einig sei. Er selbst knüpfe den Erfolg einer solchen Stelle eng an eine charakterlich geeignete Person. Auch müsse man eine solche Stelle nicht sofort unbefristet anlegen.