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Seit zwei Jahrzehnten kraxelt der inzwischen 81-jährige Gerhard Lampert auf Bäume, um im gesamten Bauschlotter Wald jedes Jahr rund 30 Nistkästen zu reinigen. Foto: Dietrich
Seit zwei Jahrzehnten kraxelt der inzwischen 81-jährige Gerhard Lampert auf Bäume, um im gesamten Bauschlotter Wald jedes Jahr rund 30 Nistkästen zu reinigen. Foto: Dietrich
28.02.2016

„Meister Lampert“ reinigt seit 20 Jahren Nistkästen im Bauschlotter Wald

Vor 30 Jahren hat der Bauschlotter Jäger sowie Naturschützer und Vogelfreund Dieter Maier 50 Nistkästen gekauft, die er verstreut im gesamten Bauschlotter Wald aufhängte. Der Wille war groß, doch die Verwirklichung, sich auch um die Reinigung der Nistkästen zu kümmern, klappte zeitlich leider nicht, bis dies Gerhard Lampert bemerkte. Daraufhin hat der inzwischen 81-Jährige vor zwei Jahrzehnten begonnen, jedes Jahr die Reinigung der Nistkästen vorzunehmen. Heute gibt es noch rund 30 Stück, die alle nummeriert sind. Bewaffnet mit Leiter und Eimer, in dem sich Bürste, Spachtel und ein Messer befinden, macht er sich an die Arbeit.

Vor allem Kohl- und Blaumeisen nisten in den Kästen. Aber auch Kleiber, die man eher als Kleber bezeichnen könnte, bauen sich in den Kästen Nester. Ab und zu muss Lampert deshalb feststellen, dass die Türchen zu den Nistkästen verklebt sind, was dem Kleiber zuzuschreiben sei, der die Bruthöhlen anderer Vögel mit Lehm bearbeitet, um sie selbst nutzen zu können. Dann muss Lampert mit dem Messer ran, um die Türchen zum Reinigen der Kästen aufzubekommen. Der Kleiber wird auch „Spechtmeise“ genannt, da seine Lebensweise und sein Aussehen an beide Vögel – Spechte und Meisen – erinnern.

„Selten kann auch mal vorkommen, dass sich ein Siebenschläfer in einen der Nistkästen verirrt. Die ideale Zeit zum Reinigen ist bis Ende Februar, wenn es frostfrei ist. Denn wenn es wärmer wird, können bereits Anfang März die ersten Vögel zum Bauen ihrer neuen Nester in die Kästen zurückkehren“, sagt der Mann, der auch „Meister Lampert“ genannt wird.

Ein Leben im Dreck ersparen

Der große Tierfreund will das Reinigen der Nistkästen noch so lange machen, wie es ihm gesundheitlich möglich ist. Was danach kommt, weiß er selbst nicht und er möchte auch gar nicht daran denken. Die Vögel würden ihm leid tun, wenn sie jedes Frühjahr in ungereinigte Nistkästen zurückkehren müssten. „Wer wollte schließlich von uns in einem Schweinestall leben?“

„Meister Lampert“ heißt er wegen seines Einsatzes für Kaninchen und Hasen, auch Meister Lampe genannt. Lampert ist ein „alter Hase“ beim Kleintierzüchterverein Bauschlott, seit fast 60 Jahren aktiv. Er ist langjähriger Kaninchenzüchter und war 35 Jahre Tätowiermeister. Als er vor rund 25 Jahren auf der Flur junge, verwaiste Feldhasen entdeckte, deren Mutter umgekommen war, nahm er die Hasenbabys aus Mitleid mit nach Hause, päppelte sie auf und zog sie groß, bis er sie wieder in die Freiheit entlassen konnte.