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Erster Landesbeamter und Enzkreis-Verkehrsdezernent Wolfgang Herz sieht den Zustand der Landesstraßen im Enzkreis mit Sorge. Es sei keine substanzielle Besserung in Sicht.
Erster Landesbeamter und Enzkreis-Verkehrsdezernent Wolfgang Herz sieht den Zustand der Landesstraßen im Enzkreis mit Sorge. Es sei keine substanzielle Besserung in Sicht. © dpa
03.05.2013

Miese Enzkreis-Landesstraßen: Keine Besserung in Sicht

Im Landratsamt hat man die vom Landesverkehrsministerium Ende März vorgelegte Zustandserfassung und Bewertung der Landesstraßen (ZEB) ausgewertet. „Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen eindrucksvoll die Wahrnehmung unseres Straßenbetriebsdienstes und vor allem der Verkehrsteilnehmer, die uns immer wieder kritisch zurückmelden: Den Landesstraßen im Enzkreis geht es immer schlechter“, erläutert Erster Landesbeamter und Enzkreis-Verkehrsdezernent Wolfgang Herz.

Landesweit hat sich der Zustand der Landesstraßen seit der letzten ZEB aus dem Jahr 2008 weiter verschlechtert. Wesentlicher Grund dafür sei die chronische Unterfinanzierung bei den Mitteln zum Straßenerhalt. 1.800 Streckenabschnitte mit einer Länge von 2.600 Kilometern benennt der Bericht, die nach straßenbautechnischen Kriterien in Dringlichkeitsstufen für Erhaltungsmaßnahmen eingeordnet wurden.

„Im Enzkreis gibt es 39 Streckenabschnitte in den vorrangig zur Sanierung anstehenden Stufen 1 bis 4, davon allein drei in den landesweiten Top Ten der sanierungsbedürftigen Landesstraßenabschnitte“, sagt Wolfgang Herz. Es handelt sich dabei um die L562 in Engelsbrand zwischen der Faas-Kreuzung (Abzweigung Grunbach) und dem Kreisverkehr am Ortseingang von Engelsbrand, die Ortsdurchfahrt von Bilfingen im Zuge der L570 und die L1175 zwischen Heimsheim und Friolzheim.

Mit der systematischen Zustandserfassung und daraus abgeleiteten Priorisierung sei das Land nach Auffassung der Kreisverwaltung auf dem richtigen Weg – allerdings nur, wenn dafür dauerhaft mehr Geld bereitgestellt würde. Und da liege das Problem: „Der Grundsatz Instandhaltung vor Neubau kann nur dann spürbare Verbesserungen bringen, wenn erst einmal richtig Geld in die Hand genommen wird“, lautet die Analyse von Wolfgang Herz: „Die jetzt vom Land geplante Aufstockung reicht gerade einmal aus, um den derzeitigen – also durchweg kritischen – Zustand aufrecht zu erhalten.“

Die Folgen blieben bis auf Weiteres beim Landkreis hängen: „Unser Defizit bei der laufenden Unterhaltung von Landesstraßen lag Ende 2012 bei 625.000 Euro – Tendenz weiter steigend“, erklärt der Vizelandrat. Zusätzlich zur immer mehr verfallenden Substanz werde der letzte Winter diese Entwicklung noch verstärken: „Damit stellen sich zunehmend auch Fragen der Verkehrssicherheit und von Verkehrsbeschränkungen“, warnt Herz.

Der Enzkreis drängt jetzt auf eine zumindest mittelfristige Perspektive für die Umsetzung der besonders dringlichen Maßnahmen und will seine Vorstellungen zunächst in Gesprächen mit der Straßenbauabteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe einbringen.

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