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Die sogenannten Benzinbettler täuschen vorbeikommenden Autofahrern vor, in einer hilflosen Lage zu sein. So geschehen an verschiedenen Punkten in der vergangenen Woche in Engelsbrand, Neuenbürg, Dennach, Kapfenhardt und Dobel.  Foto: Franziska Gabbert/dpa 

Miese Masche mitten im Wald: Benzinbettler zwischen Engelsbrand und Neuenbürg

Engelsbrand/Neuenbürg/Unterreichenbach/Dobel. Es ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Eine Frau aus Engelsbrand berichtet der PZ, dass sie mit ihrem Auto auf dem Weg das Grösseltal hinauf von Neuenbürg kommend mitten im Wald von einem Mann angehalten wurde. Dieser stand mit seinem Auto in einer Haltebucht am Straßenrand. Er habe wild mit den Armen gewedelt und in gebrochenem Deutsch geschrien, dass er dringend Hilfe bräuchte – ein Betrugsversuch der sogenannten Benzinbettler, wie sich später herausstellt.

Mehrere Personen berichteten von gleichen Fällen in der vergangenen Woche bei Dennach, Neuenbürg (Kreisel Richtung Birkenfeld), Kapfenhardt und Dobel. Bei der Masche täuschen die Täter vor, in einer hilflosen Lage zu sein. Sie bräuchten Geld, um zu tanken — im Engelsbrander Fall zehn Euro. Auf die Antwort der Frau, dass sie jemanden anrufen könne, der dem Mann hilft, verneinte dieser, wollte weiterhin das Geld und sogar die Adresse der Engelsbranderin, um das Geld angeblich später zurückzuzahlen. Bei einer anderen Frau, die von dem Mann an der gleichen Stelle angehalten wurde, wollte der Täter zu einem Bankautomaten fahren.

"Das kann man vergleichen mit den Bettlerstrukturen in der Stadt."

Polizei-Pressesprecherin Beatrice Suppes

„Er wurde ein wenig aufdringlich“, sagt die betroffene Engelsbranderin gegenüber der PZ. „Ich als Frau mit Kleinkind im Auto wollte einfach nicht aussteigen und meine Adresse gebe ich auch an keinen fremden Mann heraus.“

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Das war richtig, bestätigt die Polizei das Vorgehen. Immer wieder habe es in den vergangenen Jahren auch im Enzkreis vereinzelte Fälle der Benzinbettler gegeben. „Das kann man vergleichen mit den Bettlerstrukturen in der Stadt“, sagt Polizei-Pressesprecherin Beatrice Suppes aus Pforzheim. Dass es sich dabei um organisierte Banden handelt, dafür gebe es laut Suppes bei der Kriminalpolizei keine Hinweise. Wenige Fälle und kaum Anzeigen machen die Sache schwierig. Auch zur Nationalität der Täter können deshalb keine verlässlichen Angaben gemacht werden. „Man sollte sich darauf nicht einlassen“, rät Suppes den Menschen, die angehalten werden. „Wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, ist es immer richtig die Polizei zu rufen.“ Dabei sei auch eine Personen- und Fahrzeugbeschreibung sowie das Kennzeichen wichtig.

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Constantin Hegel

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