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Eine Kuh von Hand zu melken, ist gar nicht so einfach. Noch viel schwieriger ist es allerdings aktuell für Milchbauern, den Preisschock zu verkraften. Foto: Axel Heimken/dpa-Archiv
Eine Kuh von Hand zu melken, ist gar nicht so einfach. Noch viel schwieriger ist es allerdings aktuell für Milchbauern, den Preisschock zu verkraften. Foto: Axel Heimken/dpa-Archiv
12.05.2016

Milchbauern in der Region fühlen sich gemolken

Der Preis für Frischmilch ist bei den Discountern mit 46 Cent auf dem Tiefstand. Die Milcherzeuger in der Region können nicht mehr kostendeckend arbeiten.

In seinem Betrieb in Ettmannsweiler im Kreis Calw hat Dietrich Waidelich 120 Kühe: „Mit jedem Cent weniger für den Liter Milch fehlen mir am Ende des Monats 1000 Euro.“ So wie ihm geht es vielen der 110 Landwirte aus dem Enzkreis sowie den Kreisen Calw und Karlsruhe, die der Milcherzeugergenossenschaft Pforzheim angehören. Deren Vorsitzender ist Waidelich: „Gewinn macht längst niemand mehr.“

Prekär wird die Lage durch den erneut gesunkenen Ladenpreis für Frischmilch. Derzeit kostet der Liter nur noch 46 Cent, abzüglich der Kosten für die Verarbeitung und der Gewinnspanne für den Handel bleibt da für den Landwirt wenig übrig. Derzeit sind es noch 25 Cent. Tendenz: Sinkend.

„Wer in den vergangen drei Jahren, als der Marktpreis nach der letzten Krise 2009 wieder gestiegen war, nichts zur Seite gelegt hat, geht jetzt zur Bank“, weiß Waidelich. In Norddeutschland gäbe es bereits zahlreiche Betriebe, die auf Pump finanziert werden.

Ausstiegsszenarien aus der Landwirtschaft – ohne gleich insolvent zu gehen –, haben der 33-Jährige und sein Bruder, mit dem er den Familienbetrieb führt, mehrfach durchgespielt. Doch er hat Hoffnung, dass auch diese Krise vorüber und es danach wieder aufwärts geht. Zu sehr hänge er auch an seiner Freiheit als Selbstständiger – und sein Herz an der Landwirtschaft. So hat Waidelich in den vergangenen Jahren kräftig in die Ställe investiert. „Die lasse ich doch jetzt nicht leerstehen.“