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In der Eiseskälte kniete die junge Frau vor dem Eingang des Discounters.  
In der Eiseskälte kniete die junge Frau vor dem Eingang des Discounters.   © Seibel
06.12.2016

Minderjährige in Niefern als Bettlerin eingesetzt?

Eine Bettlerin sorgte am Dienstagvormittag vor dem Lebensmittelladen Rewe in Niefern für Aufsehen. Grund: Die Frau wirkte sehr jung – gut möglich, dass sie noch minderjährig war. Überprüfen ließ sich der Eindruck nicht, denn als die Polizei kam, war sie bereits verschwunden.

Aus dem Kanzlerweg in Niefern-Vorort wurden am Dienstagvormittag ebenfalls zwei Bettlerinnen gemeldet, die von Haustür zu Haustür zogen. Aber auch sie waren nicht mehr da, als die Polizei den Fall vor Ort überprüfen wollte.

Die Beamten haben wenig Handhaben gegen das Betteln: Vor Einkaufsmärkten können sie einen Platzverweis aussprechen. Eine Anzeige ist nur möglich, wenn sich ein Bettel-Betrug nachweisen lässt. Das heißt: Wenn beispielsweise eine Behinderung nur vorgetäuscht wird, um Mitleid zu erregen. Auch bei aggressivem Betteln drohen Strafen. Wenn aber gezielt Jugendliche oder gar Kinder eingesetzt werden, um die Herzen der Passanten zu erweichen, hat die Polizei wenig Handhabe, um dem Treiben ein Ende zu bereiten.

Einschreiten könnten die Beamten nur, wenn die Bettler in Deutschland wohnen. Dann gilt für Kinder und Jugendliche beispielsweise die Schulpflicht. Wenn die Betroffenen aber aus dem Ausland stammen und – manchmal im Familienverband – durch Deutschland reisen, gelten diese Vorschriften für sie nicht.

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