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Im zurückliegenden Jahr häufig nicht im Zeitplan: der Interregio-Express zwischen Stuttgart und Pforzheim (Bild). Foto: Seibel, Archiv
Im zurückliegenden Jahr häufig nicht im Zeitplan: der Interregio-Express zwischen Stuttgart und Pforzheim (Bild). Foto: Seibel, Archiv
02.01.2017

Minister will Pendlern bei Bahnverspätungen helfen

Pforzheim/Enzkreis. Um Verspätungen und Unregelmäßigkeiten auf der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Pforzheim zu hinterfragen, hatte sich der Pforzheimer Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke (FDP) in einer parlamentarischen Anfrage an den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gewandt. Eine Vielzahl von Bürgern aus der Region hatte sich bei Rülke über Verspätungen im Jahre 2016 beschwert. Zur Erinnerung: Auch die „Pforzheimer Zeitung“ hatte in den zurückliegenden Monaten das brisante Thema mehrfach aufgegriffen.

Es sei erstaunlich, so Rülke, dass der Minister für Pforzheim über keinerlei Messwerte für Verspätungen verfüge, wohl aber für Mühlacker. Das Verkehrsministerium habe deshalb bei der Darstellung der Verspätungen die beiden Messpunkte in Stuttgart und Mühlacker verwendet.

Rülke wollte unter anderem wissen, wie viele Züge 2016 deutlich zu spät und wie viele ganz ausgefallen waren: Alleine beim Interregio-Express seien von Januar bis Anfang Dezember 255 Züge über eine Viertelstunde zu spät gewesen und 90 sogar komplett ausgefallen. „Das sind deutlich zu viele, vor allem weil 30 Prozent der ausgefallenen Züge aus Personalmangel nicht gefahren sind und nicht etwa, weil es schwere Unwetter gegeben hätte“, so Rülke. Ferner seien in den ersten elf Monaten 39 Interregio-Expresse aufgrund technischer Defekte ausgefallen und siebenmal sei ein Zug verspätet in Stuttgart bereitgestellt worden. In den zehn Wochen zwischen dem 1. Oktober und dem 11. Dezember sei es zudem 31-mal vorgekommen, dass der IRE einen Umweg über Bietigheim-Bissingen gemacht habe, anstatt die schnelle Strecke zu benutzen. Laut dem Verkehrsministerium sei wieder größtenteils fehlendes Personal Schuld daran gewesen, den Pendlern zwischen Pforzheim und Stuttgart den Umweg zuzumuten (PZ berichtete).

Dieses Jahr solle allerdings mit der App „Streckenagent“ besser über Störungen und Ausfälle informiert werden. Dafür sei von der Bahn extra Personal eingestellt worden. Rülke hofft nun zweierlei: „Zum einen, dass die App gut funktioniert und insbesondere die Pendler frühzeitig informiert sind, wenn es eine Störung gibt oder ein Zug ausfällt. Weiterhin hoffe ich, dass Verkehrsminister Hermann wahr macht, was er auf meine Nachfrage hin angekündigt hat, und bei der Bahn hartnäckig darum kämpft, dass Fahrgäste bei einem Zugausfall kostenfrei auf Fernverkehrszüge ausweichen können.“ Hermann schrieb an Rülke: „Ferner bemüht sich das Verkehrsministerium darum, bei DB Fernverkehr eine offenere Haltung für eine Freigabe parallel verkehrender Fernverkehrszüge zu erreichen, wenn Nahverkehrszüge ausfallen.“ Das sei angesichts der häufigen Probleme im Nahverkehr zwischen Stuttgart und Karlsruhe durchaus angebracht, um die Interessen insbesondere der Berufspendler aus der Region zu wahren. So der Pforzheimer FDP-Abgeordnete abschließend. pm