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Gewitzter Seh(e)-Bühnen-Saisonstart: Bauchrednerin Murzarella mit ihren Puppen Dudu und Adelheid. Foto: Frommer

Mit Charme und Schwung: Ausverkaufter Saisonstart bei der Kaffee-Gässle-Seh(e)-Bühne

Schömber. Was für eine Bauchrednerin! Was für eine Sängerin! Zur Eröffnung der 12. Spielsaison bescherte Murzarella der Schömberger Seh(e)-Bühne nicht nur ein wahres Glanzlicht, sondern auch ein restlos ausverkauftes Haus.

Die extrem vielseitige Murzarella (bürgerlich: Sabine Murza) war bereits ein, zwei Wochen vor ihrem Auftritt in Schömberg Stargast einer SWR3-Fernsehsendung zur Badisch-Pfälzischen-Fastnacht. Gemeinsam mit den Handpuppen Kalle, Dudu und Adelheid, denen sie in fein austariertem Wechselspiel auf der Bühne ihre Sprach- und Gesangsstimme leiht. Ein Resultat dieser gelungenen karnevalistischen Ausstrahlung: Beim Schömberger Verein „Kaffee-Gässle“, dessen ehrenamtliche Mitglieder die Seh(e)-Bühne seit Oktober 2008 mit Hingabe betreiben, liefen die Telefone heiß: Die Nachfrage übertraf zuletzt das Platzangebot.

Wer ein Ticket zu Murzarellas Puppen-Show „Bauchgesänge und andere Ungereimtheiten“ ergattern konnte, wurde gleich mehrfach belohnt: Drei ungemein flinke Damen im Service umsorgten die Gäste mit Speisen und Getränken und die ausgebildete Musical-Sängerin Sabine Murza brachte die Lachmuskeln der Zuhörer kräftig zum Beben. Die in Baden-Baden lebende Bauchrednerin präsentierte sich und ihre drei Handpuppen in allerbester Spiellaune. Wie vielfältig der Auftritt angelegt war, machen schon die gesungenen Titel deutlich: Die Auswahl reichte von „Ich fühl mich gut“ (Original: „I Feel Good“ von James Brown) über das aktuelle „Was du auch tust“ („No Roots“ von Alice Merton) bis zum AC/DC-Rockklassiker „Highway To Hell“, den Murzarella ihrer Heavy Metal affinen Puppe Kalle in den Mund legte.

Puppen mit ihrem eigenem Kopf

Tatsächlich verstand es Sabine Murza jeder Puppe nicht nur einen individuellen Musikgeschmack, sondern auch gänzlich unterschiedliche Wesenszüge einzuhauchen. Die damenhafte Adelheid flirtete ungebremst mit einem Zuschauer in der ersten Reihe. Die prollige Kanalratte Kalle aus Wanne-Eickel versah die Show mit den rockigen Elementen des Abends und Kakadu Dudu besitzt das wechselhafte Temperament eines verzogenen Einzelkinds. Auf der Seh(e)-Bühne gab der weiße Vogel Muzarella kräftig Kontra: Er krähte ihre Schönheitsgeheimnisse in den Saal und erklärte sich nach einem witzigen Gesangs-Duell samt Helene Fischers „Atemlos“, entgegen des tatsächlichen Beifallsaufkommens, kurzerhand zum Sieger.

Das Gastspiel endete mit lauten Zugabe-Rufen und mehreren Zugaben: Lolitas „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ teilten sich Adelheid und Dudu, während Kalle seiner Linie mit dem von Otis Redding populär gemachten Soul-Titel „Mustang Sally“ bis zum Ende des Konzerts treu blieb.