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Sichergestellte Pakete mit Marihuana: Immer wieder gelingt es der Polizei, Drogen zu beschlagnahmen. Nun standen in Pforzheim zwei Frauen vor Gericht, die sich an Kurierfahrten beteiligt und Marihuana sowie Haschisch von Darmstadt in die Region geschafft hatten. Symbolfoto: Uwe Anspach dpa/lhe, Archiv
Sichergestellte Pakete mit Marihuana: Immer wieder gelingt es der Polizei, Drogen zu beschlagnahmen. Nun standen in Pforzheim zwei Frauen vor Gericht, die sich an Kurierfahrten beteiligt und Marihuana sowie Haschisch von Darmstadt in die Region geschafft hatten. Symbolfoto: Uwe Anspach dpa/lhe, Archiv
12.01.2016

Mit Marihuana und Haschisch im Gepäck - Zwei Frauen aus der Region verurteilt

Ende 2012 und Anfang 2013 waren die beiden Frauen aus Pforzheim und dem Enzkreis für einen Drogendealer als Kurierfahrerinnen unterwegs. Dabei waren pro Fahrt jeweils rund ein Kilogramm Marihuana oder Haschisch aus Darmstadt besorgt und in die Region transportiert worden. In einem Fall waren es sogar zwei Kilogramm. Dieser Transport flog allerdings auf und die Ware konnte beschlagnahmt werden. Als Orte des Geschehens im Enzkreis wurden Königsbach, Stein, Eisingen, Ersingen und Ispringen genannt. Verkauft wurde die Ware bis nach Freudenstadt.

Da der mittlerweile verurteilte Dealer, der aktuell einen Drogenentzug in Hirsau macht, zum Tatzeitpunkt keinen Führerschein besaß, war er auf die Hilfe der Frauen angewiesen. Entsprechend argumentierte das Gericht, dass die Frauen durch ihre Fahrdienste die Beschaffungsfahrten erst möglich gemacht hätten. Diese seien teilweise aufwendig organisiert worden, weil mehrfach eigens für die Kurieraktivitäten Fahrzeuge angemietet worden seien.

Die beiden Frauen aus Kämpfelbach und Pforzheim sind gestern bei einer Schöffensitzung des Amtsgerichts Pforzheim wegen der Beihilfe zum unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln angeklagt gewesen. Einer Frau war auch vorgeworfen worden, unerlaubt Drogen erworben zu haben. Richter Karl-Michael Walz verurteilte die 35-jährige Kämpfelbacherin zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten und die 39-jährige Pforzheimerin von sieben Monaten. Beide Strafen wurden für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Hinzu kommen die Auflagen, jeweils 50 beziehungsweise 40 Stunden gemeinnützige Arbeit zu verrichten. Die Kämpfelbacherin wird überdies unter die Aufsicht eines Bewährungshelfers gestellt. Staatsanwältin und Richter bescheinigten beiden Angeklagten, die ihnen vorgeworfenen Taten umfänglich eingeräumt zu haben. Die Kämpfelbacherin hatte überdies im Vorfeld der Verhandlungen Einlassungen gemacht, die über ihre eigene Tatbeteiligung hinausgingen und nach Einschätzung des Gerichts zur Erhellung des lokalen Drogenmilieus erheblich beigetragen haben.

Beide Angeklagten haben einen erheblichen Schuldenberg, konnten sich aber aus dem Drogenmilieu befreien. Auch die Protokolle der Gerichtshilfe ließen auf eine positive Ausrichtung schließen. In beiden Fällen handelt es sich um Mütter mit jeweils zwei Kindern. Eine positive Sozialprognose war dem Schöffengericht deshalb besonders wichtig.

Mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren beide Angeklagten auch schon vor dem gestrigen Prozess: wegen eines Beleidigungsdelikts und wegen eines Alkohol bedingten Unfalls, in dessen Folge der Führerschein entzogen worden war. Die Pforzheimerin hatte sich vor Gericht für zwei Kurierdienste zu verantworten, die Kämpfelbacherin für drei Fahrten und zwei Fälle, in denen sie auch selbst unerlaubt Betäubungsmittel erworben hatte.

Im Verfahren wirkten sich die umfangreichen Geständnisse positiv aus. Auf gleich mehrere Zeugen konnte deshalb am Dienstagvormittag im Saal II der Schöffensitzung des Pforzheimer Amtsgerichts verzichtet werden. Obwohl einige Zeugen gar nicht gebraucht wurden, allerdings auch gar nicht erschienen waren, bekommen sie demnächst amtliche Post: Sie müssen für ihr unentschuldigtes Nichterscheinen ein Ordnungsgeld von je 150 Euro berappen.