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Schick und schnell: Den Doppelstock-Intercity, hier bei der Messe Trans in Berlin, setzt die Bahn von Ende 2017 an auf der Linie Karlsruhe-Stuttgart ein. Foto: Miethe/DB
Schick und schnell: Den Doppelstock-Intercity, hier bei der Messe Trans in Berlin, setzt die Bahn von Ende 2017 an auf der Linie Karlsruhe-Stuttgart ein. Foto: Miethe/DB
15.07.2015

Moderner Zug für den InterCity nach Pforzheim - mit Video

So schnell ändern sich die Zeiten: Musste die Region vor fünf Jahren noch um den letzten Fernzug bangen, so macht die Bahn jetzt eine Kehrtwende und verbessert den Intercity auf der Linie von Karlsruhe über Pforzheim nach Stuttgart und Nürnberg. „Von Dezember 2017 an setzen wir auf dieser Strecke neue Doppelstockwagen ein“, versprach gestern Robert Ohler von der DB-Fernverkehr den Regionalräten aus dem Nordschwarzwald.

Der Wermutstropfen: Hoffnungen des Regionalverbands, die Bahn könne Fahrgästen mit einem Nahverkehrsticket für die Regionalzüge erlauben, auf der gleichen Linie auch den Intercity zu nehmen, werden wohl eine schöne Idee bleiben.

Die Bahn solle den Fern- und den Nahverkehr besser verzahnen, regte Regionalrat Jürgen Großmann (CDU) an. Sein Vorbild ist die Gäubahn Stuttgart–Singen, da gilt das Nahverkehrsticket auch im Fernzug. So einen Fahrschein mit Mehrwert wünschte sich auch Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager (SPD), sagte aber dazu, dass dabei das Land als Auftraggeber gefordert sei. Gespräche über solche Konzepte liefen mit der Landesregierung, sagte Ohler, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die meisten Pflöcke bereits eingeschlagen worden seien. „Wir haben mit dem neuen Intercity-Angebot alle Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern im Blick, und es gibt einfach Strecken, die einen höheren Preis für den Fernverkehr rechtfertigen“, sagte Ohler. Kurz und bündig: „Der Intercity darf nicht zu voll sein.“ Will heißen: Der Reisende, der mehr zahlt, soll auch mehr Komfort bekommen und sich nicht mit Platzproblemen herumärgern, wie sie in den Regionalzügen in den Hauptverkehrszeiten üblich sind.

In etwas mehr als zwei Jahren ist es so weit, dann fährt der Intercity alle zwei Stunden mit fünf Wagen durch die Region. Der Zug habe 465 bequeme Plätze, mehrere Gepäckfächer, verfüge über Stromsteckdosen an den Plätzen, so Ohler. Er habe aber kein Bistro mehr, Getränke und Imbiss gebe es nur noch an einem Gastrowagen.

Der Intercity von Karlsruhe nach Stuttgart, dem fast das Aus drohte, bekommt jetzt sogar großes Gewicht: Ende 2030 werde diese Linie von Nürnberg an bis nach Leipzig verlängert.

Die Bahn baue zudem ganz beträchtlich das ICE-Netz aus. Auf manchen Strecken fahre der Express-Zug künftig alle 30 Minuten. Stuttgart und Karlsruhe sollen Drehscheiben im Fernverkehr werden. Der Hochgeschwindigkeitszug nach Paris fahre dann bis zu achtmal am Tag – und noch schneller in die französische Hauptstadt. „Von Karlsruhe nach Paris brauchen wir bald nur noch 150 Minuten“, sagte Robert Ohler – und im Klartext das, was die Bahn ansteuert: „Da muss niemand mehr das Flugzeug benutzen.“