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Mit Perücke und Fächer: die Schüler der Heckengäuschule in Mönsheim. Foto: Fux
Mit Perücke und Fächer: die Schüler der Heckengäuschule in Mönsheim. Foto: Fux
10.07.2016

Mönsheimer Schüler geben Einblicke in Mozarts Welt

Mönsheim. „Das war spannend, ereignisreich und hohe Schauspielkunst. Ich hatte eine Gänsehaut“, lobte Rektorin Monika Becker nach der Theateraufführung der fünften Klassen der Gemeinschaftsschule Heckengäu in der alten Schulturnhalle in Mönsheim. Mit dem Stück „Mondnachtzauberreisetraum“, in dem sich das Wort Mozart verbirgt, entführten die Schüler in die Zeit und Welt des Musikgenies und verwoben dabei quasi fächerübergreifend Theater, Musik, Kunst und Technik miteinander.

„Jetzt üb‘ endlich, sonst melde ich dich ab!“ Mit diesen elterlichen Worten werden die Kinder nach lustlosem Üben auf ihren Instrumenten abends ins Bett geschickt. Im Traum verschwimmen die Grenzen zwischen Zeit und Raum. Prompt erwacht ein Junge im Jahr 1762, mitten in Salzburg und vor ihm steht kein anderer als Wolfgang Amadeus Mozart. Die Reise zwischen Traum und Wirklichkeit beginnt, zwischen 2016 und dem Ende des 18. Jahrhunderts. Das Publikum wird auf eine Reise mit Steckenpferden, Kutsche und Perücken entführt, erhält Einblicke in Mozarts facettenreiches Leben. Auch das Wunderkind hat es nicht leicht, macht schon früh Konzertreisen, übt Hofknickse und Verbeugungen, ist Gast bei Kaiser und Kaiserin, wird krank, braucht Ruhe, verliebt sich und kämpft sich durch verschiedene Auftragsarbeiten. Auch Mozart erfährt so manche Widrigkeit, kennt auch die Lustlosigkeit. Mal werden die Notenblätter von der Fensterbank geweht, mal fehlt auch Wolfgang Amadeus Mozart der Elan zum Arbeiten, Komponieren und Musizieren.

Pfiffig schlüpfen nicht nur verschiedene Darsteller in die Rolle des weltbekannten Komponisten, das Schauspiel wechselt sich ab mit Gesang und Tanz und wird abwechslungs- und temporeich präsentiert. Auch Falcos Mozart-Rap „Amadeus“ baut der Chor der Fünft- und Sechstklässler geschickt ein. Immer wieder wird die Kleine Nachtmusik eingestreut und nicht nur die Kinder werden auf ihrer Traumreise in die Vergangenheit katapultiert, auch Mozart stattet dem Jahr 2016 einen Besuch ab und wundert sich über Handys, Selfies, Baseballmützen, das Mozartfest samt Mozartkugeln und vieles mehr.

Am nächsten Morgen ist der Traum zwar vorbei, doch er wirkt nach, denn plötzlich macht auch das Üben Freude, das nun freiwillig geschieht. Karin Winter und Stefanie Merklinger, die die Leitung innehatten, ist mit dieser Aufführung ein handlungsorientiertes Stück gelungen, das den Kindern und Erwachsenen Mozart nahebringt, unterstützt von Chorleiter Thomas Ungerer und Karin Haas, die für die Choreografie, insbesondere für den Lacrimosa-Tanz zuständig war. fux