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Konzentriert bei der Arbeit: Moritz Anthoni legt bei einer hochmodernen Pressmaschine Hand an.
Konzentriert bei der Arbeit: Moritz Anthoni legt bei einer hochmodernen Pressmaschine Hand an. © Johannes Röckinger
26.06.2015

Moritz Anthoni ist Azubi des Monats Juni: Ein Entdecker an der Maschine

Moritz Anthoni absolviert eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Bystronic glass in Neuhausen-Hamberg. Sein unbändiger Wille, seine Hilfsbereitschaft und seine Entdeckungslust sind Merkmale, die ihn verdientermaßen zum Azubi des Monats Juni machen.

Hoch hinaus will Moritz Anthoni – und das nicht nur im Beruf. Auch im Privaten strebt der 19-Jährige nach Abenteuern und neuen Entdeckungen. Dabei versetzt ihn besonders ein Land ins Schwärmen: Kanada. Das Land mit dem Ahornblatt in der Flagge, den unendlichen Weiten und den großen Seen löst bei dem Huchenfelder große Begeisterung aus. „Toronto und die Niagarafälle gefallen mir besonders. Dort werde ich auch in diesem Jahr wieder meinen Urlaub verbringen“, sagt er mit leuchtenden Augen. Genauer gesagt besucht Moritz seine Verwandtschaft in der kanadischen Universitätsstadt St. Catharines. Eine Stadt direkt am Ontariosee und in etwa so groß wie Pforzheim. Der kanadische Freund seiner Mutter trägt Schuld an Moritz nordamerikanischer Leidenschaft. Bisher bereiste der 19-Jährige ausschließlich europäische Länder. Der Flug über den großen Teich öffnete dem Auszubildenden neue Horizonte und brachten ihm Erfahrungen, die ihm auch im Betrieb weit bringen könnten. Er lernte neue Menschen kennen, stand auf eigenen Beinen und sprach viel Englisch. In seiner Firma Bystronic glass in Hamberg setzt Ausbilder Josef Janson auf umgängliche, zuverlässige und hilfsbereite Mitarbeiter. „Besonders auf Montagen müssen unsere Azubis nicht nur ihr Handwerk verstehen, sie müssen auch menschlich überzeugen – und Moritz Anthoni beherrscht beides“, stellt der Ausbilder klar.

Seit September 2012 ist der 19-Jährige bei der Bystronic Lenhardt GmbH in Neuhausen. Der Betrieb entwickelt zukunftsweisende Maschinen, Systeme und Dienstleistungen in der Bearbeitung von Architektur- und Fahrzeugglas. Momentan beschäftigt das Unternehmen 260 Mitarbeiter. Davon sind 17 Auszubildende und drei BA-Studenten. Das Unternehmen wurde 1966 von Karl Lenhardt in Hamberg gegründet und zählte in der Spitze rund 400 Mitarbeiter. Der Maschinenbauer ist seit 1994 ein Teil von Bystronic glass mit dem Geschäftsfeld Architekturglas.

Momentan bereitet sich Moritz auf seine Abschlussprüfung an der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim vor. Mit Fleiß und mit viel Engagement will er seine guten Zwischenergebnisse auch in der Theorie- und Praxisprüfung bestätigen. Deshalb büffelt der 19-Jährige nach der Arbeit noch ordentlich in seinen Schulbüchern. Zur Abwechslung geht er abends mit einem Kumpel regelmäßig für eine Stunde joggen. „Das ist wichtig, damit bekomme ich meinen Kopf frei“, sagt er. Fußball gehört ebenfalls zu Moritz’ Leidenschaften. Mit Freunden kickt er so oft wie möglich auf dem Sportplatz.

Im Betrieb wird der Huchenfelder sehr variabel eingesetzt. Das hat er sich in seinen zwei Lehrjahren hart erarbeitet. „Seine Selbstständigkeit und Vielseitigkeit sind für unser Unternehmen von großem Vorteil“, schwärmt Ausbilder Josef Janson. Hauptsächlich kümmert sich der 19-Jährige jedoch um die Instandhaltung der Maschinen, die Anfertigung von Werkstücken sowie das Montieren von verschiedenen Baugruppen. Auch den Umgang mit der Dreh- und Fräsmaschine oder mit der Bohrmaschine beherrscht der Azubi mittlerweile wie aus dem Effeff.

Besonders gerne geht Moritz auf Montage. „Der Kundenbesuch ist immer sehr abwechslungsreich. Man lernt viel und muss oft improvisieren. Das macht die Arbeit so spannend“, berichtet er.

Moritz Azubi-Kollegen schätzen den 19-Jährigen sehr. Besonders seine freundliche und hilfsbereite Art kommt bei den jungen Kameraden gut an. „Er verhält sich sehr kameradschaftlich und freundlich gegenüber den Kollegen. Allerdings schuldet er mir noch einige Kaffees“, sagt der 19-jährige Waldemar Scharf und grinst dabei. Die beiden „Kaffee-Kumpels“ wetten fast täglich um eine Tasse des schwarzen Getränks. Auch Mechatroniker-Azubi Philipp Ungerer mag seinen Kollegen und lobt seinen Einsatz. „Er hilft mir sehr oft bei meiner Arbeit oder gibt mir wichtige Tipps. Da er ein Lehrjahr über mir ist, bringt er mir häufig noch etwas bei“, erzählt der 22-Jährige.

Doch eine Sache gefällt Philipp so gar nicht an seinem engagierten Kollegen: „Moritz ist Bayern-Fan und das ist sein großes Manko“, sagt der KSC-Fan mit einem Lächeln. Und viele Andere im Unternehmen sehen das genauso. Daher muss sich der 19-Jährige besonders bei Niederlagen schlimme Kommentare anhören. Doch Moritz nimmt das mit Humor: „Bayern-Niederlagen kommen ja zum Glück nicht häufig vor . Ich kann damit sehr gut umgehen“, erzählt er amüsiert. Neben seinen täglichen Aufgaben, hat Moritz noch das Amt des Ersthelfers inne. Auch diese Arbeit meistert er mit Bravour und bildet sich auf verschiedenen Kursen weiter.

Nach der Ausbildung will der 19-Jährige noch den Techniker erfolgreich abschließen und sich somit weiter auf Entdeckungstour machen. Das gilt auch für seine Reiselust. In den kommenden Jahren will er weitere fremde Kulturen und Länder kennenlernen. Vor allem Neuseeland und Island reizen Moritz sehr. „Die Landschaften dort sind wunderschön“, sagt er.