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Ein Rollerfahrer ist in Conweiler gegen einen Lastwagen gefahren. Eventuell hatte ihn die tief stehende Sonne geblendet. Der 78-Jährige starb noch am Unfallort. © Seibel
Trotz Notarzt und Rettungshubschrauber kam für einen 78-jährigen Rollerfahrer, der in Conweiler mit einem Lastwagen kollidierte, jede Hilfe zu spät. © Seibel
22.09.2010

Motorrollerfahrer schon elftes Opfer auf Straßen in Region

STRAUBENHARDT/PFORZHEIM. Ein Motorrollerfahrer ist in Conweiler bei einem Unfall ums Leben gekommen. Er ist das 11. Todesopfer in diesem Jahr auf den Straßen im Bereich der Polizeidirektion Pforzheim. Im Enzkreis und in Pforzheim sind mit dem jüngsten Unglück bereits im September fast so viele Todesopfer im Verkehr zu beklagen wie im gesamten Jahr 2009.

Bildergalerie: 78-jähriger Rollerfahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Lastwagen

In der Vergangenheit hatte die Polizeidirektion Pforzheim bei einer hohen Zahl folgenschwerer Unfälle immer wieder schnell mit gezielter Präventionsarbeit reagiert. In diesem Jahr, so Sprecher Wolfgang Schick, hat man dafür keinen eindeutigen Ansatzpunkt.

Der jüngste Unfall ist am Mittwochmorgen gegen 8.15 Uhr passiert. Ein 78-jähriger Mann war mit einem Motorroller von Marxzell her auf der Herrenalber Straße in Richtung Ortsmitte Conweiler gefahren und hatte links in die Albert-Einstein-Straße abbiegen wollen. Dabei, so die ersten Erkenntnisse der Polizei, übersah er, dass ihm ein großer Muldenkipper auf der Gegenspur entgegen kam. Erzog mit dem Motorroller nach links und prallte gegen den Lastwagen, der von einem 50-Jährigen gesteuert wurde. Der Rollerfahrer zog sich schwerste Verletzungen zu, an denen er noch an der Unfallstelle verstarb.

Laut Schick laufen Ermittlungen zu den genauen Umständen des Unfalls. Beispielsweise sei nicht klar, ob der 78-Jährige den Lastwagen übersehen hat, weil er unter Umständen von der tief stehenden Sonne geblendet worden ist. „Bei einem so großen Fahrzeug wie einem Muldenkipper ist das schwer vorstellbar“, so Schick. Aber Genaueres wisse man über das Unglück derzeit noch nicht.

Anders als in anderen Jahren fehlen bei den schweren Unfällen 2010 Schwerpunkte, an denen Aufklärungsarbeit der Polizei ansetzen könnte. Weder seien bestimmte Peronengruppen besonders häufig betroffen – in den Vorjahren waren vor allem junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren in den Blick geraten –, noch seien bestimmte Unfallursachen oder Schauplätze ungewöhnlich stark in den Vordergrund gerückt.

In diesem Jahr hatte die Polizei besonders die Motorradfahrer angesprochen. Mit der Aktion „Sicher im Sattel“ sollten sie auf Risiken und Unfallschwerpunkte aufmerksam gemacht werden. Informationen, Trainings und Ausfahrten gemeinsam mit motorradfahrenden Polizisten: Es ist viel unternommen worden. Trotzdem hat es bei dem gestrigen Unfall einen Zweiradfahrer getroffen. Dem ersten Anschein nach aber durch eine bloße, aber leider folgenschwere Unachtsamkeit. Dagegen Präventionsarbeit zu leisten, so Schick, sei kaum möglich.

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