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Alte Sofas versperren im Schwanner Wald den Weg. Foto: privat
Alte Sofas versperren im Schwanner Wald den Weg. Foto: privat
11.10.2016

Müll in den Wäldern der Region – Wer ist zuständig?

Beim Spaziergang im Schwanner Wald trauen Gerda und Jürgen Bechtle ihren Augen nicht: Eine Reihe alter Sofas versperrt den Waldweg. Was passiert mit Müll, der einfach in den Wald geworfen wird, eigentlich?

Gerda und Jürgen Bechtle wollten am Montagmorgen nur spazieren gehen. Auf dem Zufahrtsweg zu Wasserbehälter und Umspannstation im Schwanner Wald versperrten ihnen plötzlich einige alte Sofas den Weg.

„Wir waren total sprachlos“, erinnert sich Gerda Bechtle: „Sowas sieht man nicht alle Tage.“ Das Ehepaar ist sich einig: „Das sah aus, als hätte jemand die ganze Ladung einfach von einem Hänger oder Wagen abgekippt.“ Die beiden konnten ihren Spaziergang trotzdem fortsetzen, „wir mussten eben runter vom Weg und durch den Wald“, so Gerda Bechtle. Für Fahrzeuge sei jedoch kein Durchkommen mehr gewesen. Das Ehepaar Bechtle wandte sich an die Gemeinde Straubenhardt. Deren Bauamtsleiter Johannes Kohle leitete alles für die Beseitigung der Sofas in die Wege. Dass Müll in den Wald geworfen werde, käme immer mal wieder vor, so Kohle, in dem Umfang jedoch nicht: „So etwas habe ich auch noch nicht gesehen.“

Bei größeren Sachen schalten Kohles Kollegen vom Straubenhardter Ordnungsamt die Polizei ein. Wenn die Beamten die Spuren gesichert haben, kann der Abtransport auf den örtlichen Recyclinghof erfolgen. „In aller Regel wird dann Anzeige gegen unbekannt erstattet“, erklärt Kohle. Die Müll-Beseitigung müsse aber trotzdem erst einmal die Gemeinde übernehmen. Ewald Buck vom Landratsamt des Enzkreises geben die Bilder aus Schwann keinen Grund zur Sorge. Der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes sieht keine Häufung solcher Vorfälle gegeben: „Es kommt immer mal wieder vor, dass jemandem der Recyclinghof zu teuer oder der Weg zur Deponie zu weit ist“, sagt Buck, „das ist leider so.“ Im Schwanner Wald jedenfalls haben Spaziergänger nun wieder freie Bahn. Wie Bauamtsleiter Kohle auf Anfrage der PZ mitteilte, sei der Abtransport der Wohnzimmermöbel noch am Dienstag erfolgt. Nun suche man nach Zeugen, so Leila Gütschow vom Ordnungsamt.