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Ein mit schweinehälften beladener Lastwagen ist auf der Autobahn umgekippt. © Eyb
21.06.2010

Müllerfleisch-Lastwagen mit Schweinehälften verunglückt

STUTTGART/BIRKENFELD. Frage: Was machen 500 Schweinehälften auf der Autobahn? Antwort: Sie lassen sich tragen. Ein seltsamer Anblick hat sich am Montag den Autofahrern auf der A 8 zwischen Stuttgart-Möhringen und dem Autobahnkreuz Stuttgart geboten: Gegen 6 Uhr in der Frühe war ein mit Schweinehälften beladener Kühllaster von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet.

Bildergalerie: Mit Schweinehälften beladener Lastwagen umgekippt

Um das Fleisch so schnell wie möglich wieder ins Kühle zu bringen, trugen 15 extra an die Unfallstelle beorderte Mitarbeiter der Firma Müller die Schweinehälften unter Aufsicht des Veterinäramts in einen andern Kühltransporter.

Die 22 Tonnen Fleisch waren laut Frank Kimmer, Assistent der Geschäftsleitung, auf dem Weg vom Müller-Werk in Ulm nach Birkenfeld, um dort zerlegt zu werden. Was mit den rund 500 Schweinehälften – Wert: 50 000 bis 60 000 Euro – passieren soll, war gestern noch unklar. Jetzt muss laut Kimmer entschieden werden, welche weitere Verwendung möglich ist. Der Hauptschaden sei allerdings am Lkw entstanden: Der Laster im Wert von rund 300 000 Euro sei vermutlich nicht mehr verwendbar.

Gute Nachrichten gibt es dagegen vom Lkw-Fahrer. Der 38-Jährige wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und leicht verletzt – durfte aber nach kurzem Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause. Laut Polizei ist die Unfallursache noch unbekannt, allerdings gab der Fahrer an, ihm sei plötzlich schwarz vor Augen geworden, bevor er die Kontrolle über den Wagen verlor.

Ein Unfall wie dieser ist laut Kimmer die Ausnahme. Dennoch sei innerhalb der vergangenen drei Jahre schon einmal ein Lkw der Firma Müller Fleisch auf der A 8 umgekippt – nahe der Autobahn-Ausfahrt Pforzheim Ost. „Die Straßenverhältnisse auf der A 8 sind so wie sie sind“, sagte Kimmer. Zahlreiche Engstellen machten das Fahren riskant.

In Geduld üben mussten sich die Autofahrer: Morgens staute sich der Verkehr zum Teil bis auf 20 Kilometer Länge. Bis zur endgültigen Bergung des Lkw gegen 16 Uhr kam es ständig zu Behinderungen.