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Der Buchautor Helmut Eberhard Pfitzer, mit seinem musikalischen Begleiter Klaus Leopold. Foto: Jähne
Der Buchautor Helmut Eberhard Pfitzer, mit seinem musikalischen Begleiter Klaus Leopold. Foto: Jähne
31.10.2016

Mundart in Maulbronn: Lyrik mit Helmut Eberhard Pfitzer

Maulbronn. Mundart in Maulbronn: Auch dieses Wortspiel hat etwas Erquickendes an sich. Am vergangenen Samstagabend ging es jedoch primär um Wortspiele der ganz anderen Art: Um die so- genannte Dialektik, oder genauer gesagt: Das Schwäbisch, einer Sprache, die mitunter von Gegensätzen und Widersprüchen zeugt, wenn man die heimische Linguistik mit dem Seziermesser zerlegen würde.

Es sei schon ein Kreuz mit den sämtlichen „Isch’s“ und „Woisch’s“ und „Hasch’s“ – und besonders gegenüber den Zugezogenen (beziehungsweise den so genannten „Reigeschmeckten“) forderte der Markgröninger Buchautor und Liedermacher Helmut Eberhard Pfitzer mehr Toleranz in Sachen Verständnis des Sprachgebrauchs.

Der 68-Jährige gastierte auf Einladung des Albvereins im vollbesetzten Saal der Feuerwehr, um in seinem zweistündigen Programm „Komm, gang mr weg“ die besagte Widersprüchlichkeit nicht nur einmal und exakt auf den Punkt zu bringen. Da zitierte Pfitzer Pfisterer, seinen Namensvetter aus der Landeshauptstadt, der sich Zeit seines Lebens mit schwäbischer Mundart, Lyrik und Gedichten befasste. Von „Mir Weiße“ über „Waldsterben“ bis hin zu „Wenn‘s Kindle kommt“ reichte das Repertoire, das thematisch einen weiten Bogen von der heimischen Mentalität über den Wickeltisch bis hin zum sauren Regen reichte. Natürlich durfte auch der große Thaddäus Troll nicht fehlen, dem Pfitzer an dem Abend mit „Kenner trinken Württemberger“ oder „Verursacher“ gleich mehrfach zu huldigen wusste. Dabei schätzt der Markgröninger Kabarettist und Buchautor die Dialektik und sprachliche Vielfalt in ganz Deutschland – egal, ob nun im Saarland, an der Ostsee oder an der Mosel. Mit dem Offenburger Klaus Leopold an der Gitarre wird seit vielen Jahren der musikalische Gegenpol formiert und auch an diesem Abend vermochte es der Solist, mit spanischen Klängen zum Träumen zu verleiten.