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Vorbild aus Mozarts Zeiten: Ein Marsch durch den Ort wie hier von den Streicherklassenkindern aus der Schömberger Ludwig-Uhland-Schule sei früher häufiger gewesen, sagt Gerd-Uwe Klein von „Musik auf der Höhe“ (vorne).  Fotos: Dast-Kunadt 
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Haben das Publikum begeistert: Das Trio Trifoi mit ihren klassischen Instrumenten. Hier zu sehen Eva Ivanova-Dyatlova mit der klassischen Flöte und Maximilian Braisch mit dem klassischen Fagott. Zu dem Trio gehört auch noch Theresa Braisch mit der klassischen Klarinette. 
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Zum Kulting-Konzept gehört natürlich auch der Einkaufsbummel wie hier beim Schuh- und Sporthaus Blaich an der Liebenzeller Straße in Schömbergs Ortsmitte. Der Einzelhandel ist vom Kulting überzeugt. 

Musik liegt in der Luft: Das Kulting- Festival mit klassischer Musik in Straßen und Geschäften

Schömberg. Pünktlich um 12.10 Uhr hat am Samstagmittag das junge Ensemble Trifoi vor dem Schömberger Lädchen „Herzenswünsche“ in der Hugo-Römpler-Straße aufgespielt. Mit ihren klassischen Instrumenten und leicht beschwingter „Herziger Bläsermusik“, wie Moderator Axel Schautt zuvor angekündigt hatte, lockten Eva Ivanova-Dyatlova (klassische Flöte), Maximilian Braisch (klassisches Fagott) und Theresa Braisch (klassische Klarinette) zahlreiche Zuhörer an, die begeistert das Straßenkonzert des Trios verfolgten. Ein Bild, das sich an diesem Tag bereits mehrfach in und vor Schömberger Geschäfte im Rahmen des fünften Kulting-Festivals dargeboten hat: hochkarätige Musik von Klassik bis Jazz verbunden mit gemütlichem Bummeln im Schömberger Einzelhandel.

„Unsere Gäste waren richtig begeistert und das Geschäft war richtig voll“, erzählt Ulrike Mayhofer, Inhaberin des Geschäfts Primavera in der Liebenzeller Straße. Dort hatte kurz vor 11 Uhr die Barockband auf sechs historischen Instrumenten den Frühling von Vivaldi gespielt. Und auch eineinhalb Stunden danach hielten sich dort noch immer begeisterte Frühstücksgäste auf. „Wir kommen aus Stuttgart und waren vollkommen überrascht und ganz begeistert“, erzählt ein Ehepaar aus Stuttgart, das an diesem Morgen von Freunden aus Bad Liebenzell ins Primavera zum Frühstücken eingeladen worden war. Eine andere junge Frau sagt: „Dass so junge Leute so toll spielen können, hat mich fasziniert.“ Dieses Erlebnis trage sie nun durch den Tag.

Gerd-Uwe Klein, künstlerischer Leiter des Schömberger Vereins „Musik auf der Höhe“, der das Festival auf die Beine stellt, hat damit am zweiten Festivaltag sein Ziel, klassische Musik zu den Menschen zu bringen, erreicht.

Und auch Ulrike Mayerhofer, die der Aktionsgemeinschaft Schömberger Einzelhandel angehört, zeigt sich als große Verfechterin des Kultings. „Dass wir die Möglichkeit haben, so hochkarätige Musiker, aber auch hervorragende Schüler hier her nach Schömberg zu holen, ist etwas einzigartiges“, sagt sie und erzählt, dass sie inzwischen einige Gäste habe, die extra wegen des Kultings zu ihr kämen. Das Festival müsse Stück für Stück weiter ausgebaut werden, ist Mayrhofer überzeugt und greift damit Kleins Überlegungen auf, den kulturellen Teil im kommenden Jahr etwa um Lesungen zu erweitern.

Schließlich ist es 12.30 Uhr und vor Hatice Kücüks Laden „Herzenswünsche“ stehen die Menschen dicht gedrängt. Die Kinder aus Kleins Streicherklasse an der Schömberger Ludwig-Uhland-Schule stellen sich mit ihren Instrumenten auf. „Wir werden nun einen musikalischen Marsch durch Schömberg unternehmen“, erklärt er den Zuschauern. Zu Mozarts Zeiten habe es solche Märsche oft in Salzburg gegeben. Und dann geht es auch schon los – musikalisch beschwingt und aufsehenerregend einmal quer durch Schömberg.