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Eine rasante musikalische Reise durch die Filmgeschichte hatte das Jugendorchester vorbereitet. Und die weiße Weihnacht zauberte der Musikverein Königsbach wenigstens auf die Kulisse. Foto: Roller
Eine rasante musikalische Reise durch die Filmgeschichte hatte das Jugendorchester vorbereitet. Und die weiße Weihnacht zauberte der Musikverein Königsbach wenigstens auf die Kulisse. Foto: Roller
27.12.2015

Musikalischer Schwung und Bühnenspaß beim Musikverein Königsbach

Dass die Feiertage nicht zwangsläufig eine Zeit der andächtigen Stille sein müssen, stellte der Königsbacher Musikverein „Harmonie“ in der örtlichen Festhalle unter Beweis. Bei ihrer Weihnachtsfeier hatten die Musiker ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, mit dem sie – dem Applaus nach zu urteilen – beim Publikum voll ins Schwarze trafen. Los ging es mit einer kleinen Auswahl bekannter Weihnachtslieder, die vom Jugendorchester zusammen mit einigen erwachsenen Kollegen aufgrund des beengten Platzes nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne präsentiert wurden.

Weil die Temperaturen derzeit alles andere als winterlich sind und der Schnee noch auf sich warten lässt, blieb dem Musikverein anschließend nichts anderes übrig, als mit Bing Crosby von weißen Weihnachten zu träumen. Zumindest solange, bis das Jugendorchester unter der Leitung von Rudi Jock musikalisch das Heft in die Hand nahm und die Gäste gleich zu Beginn auf einen rasanten Ritt durch die Filmgeschichte entführte: vorbei an den Soundtracks von „Star Wars“, „E.T.“ und „Jurassic Park“. Mit „Nimrod“ von Edward Elgar sicherten sich die Jugendlichen den Beifall des Publikums und nachdem das schmissige „Take that look off your face“ von Andrew Lloyd Webber erklungen war, kamen sie nicht umhin, eine Zugabe zu spielen.

Eine Reise um die Welt hatte das große Orchester im Gepäck, das zuerst Station in Rom machte, um mit einer Komposition Ralph Siegels die Entwicklung einer lebendigen Stadt zu beschreiben. Momente aus dem Leben der Indianer gab es beim spritzigen „Indian Fire“ zu hören, als die Musiker ihren Instrumenten kunstvoll ungewohnte Klänge entlockten, um die Gesänge des Medizinmanns zu imitieren, eine wilde Schlacht zu vertonen und eine romantische Liebesgeschichte zu erzählen. Eine mitreißende Swing-Komposition war „SaxoPhoning“, bei der die Gäste genauso schnell im Takt mitklatschten wie anschließend bei „Aquarius“ und „Let the Sunshine in“ – zwei Nummern aus dem Erfolgsmusical „Hair“. Und nachdem die Musiker mit Buggs Bunny und seinen Freunden Tom und Jerry, Dick und Doof und Paulchen Panther einen fulminanten Schlusspunkt unter ihre Darbietung gesetzt hatten, war eine Zugabe nötig, die in Erinnerung an den verstorbenen James Last mit einer Auswahl seiner größten Hits gewährt wurde.

Turbulente Komödie

Fleißig geübt hatte auch die Theatergruppe, die gemeinsam mit ihrem Regisseur Bernd Heid die Lachmuskeln der Zuschauer auf eine harte Probe stellte. Die Geschichte ist schnell erzählt: Bauer Anton (gespielt von Erhard Fritz) erhält einen Brief von seiner reichen Schwester Kunigunde de la Donna (Ute Fischer), die in Brasilien ein gutes Leben führt und nun nach Deutschland kommt, um seinen Sohn Andreas, ihren Neffen, kennenzulernen. Dumm nur, dass Anton gar keinen Sohn hat, sondern eine Tochter namens Andrea (Nadine Rothweiler), weil die Hebamme damals etwas verwechselt hat. Mit seinem besten Freund Berti (Alexander Groß) heckt er einen aberwitzigen Plan aus: Seine Frau Elsa (Christine Dietrich) schickt Anton in den Urlaub, Hilfsarbeiter Frieder (Silas Melcher) ebenfalls und Praktikant Sven (Janis Melcher) soll für ein paar Tage seinen Sohn Andreas spielen. Als Kunigunde endlich eintrifft, nimmt das Unheil seinen Lauf, bei dem mehr als einmal grandioser Wortwitz sowie zahlreiche Anspielungen auf Geschäfte und Persönlichkeiten aus der Gemeinde für nicht enden wollenden Applaus sorgen.