760_0900_148758_.jpg
Ein außergewöhnlich berührendes Konzert gibt der Musikverein Mühlhausen unter der Leitung von Andreas Michel in der Kirche in Steinegg. 

Musikalisches Gesamtkunstwerk begeistert die Zuhörer in Steinegg

Das Weihnachtskonzert des Musikvereins Mühlhausen hat am Samstagabend in der katholischen Kirche in Steinegg rund 250 Zuschauer begeistert. Unter der Leitung von Andreas Michel sorgte das Blasorchester für ein musikalisches Gesamtkunstwerk mit großartigen Musikern. Weihnachtliche Melodien und schwungvolle Rhythmen, untermalt von einem Orgel- und Lichtspiel, das den Kirchenraum in einen Konzertsaal mit besonderem Ambiente verwandelte. Wohl auch deshalb ließ der Verein nach den erfolgreichen Konzerten in den Jahren 2013, 2015 und 2019 nun sein viertes in der Steinegger Kirche folgen.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Dagmar Ittlinger führte Simone Unger-Krystek mit Hintergrundinformationen und Gedichten zu den jeweiligen Musikstücken durch das Programm. Für rund zwei Stunden waren die Zuhörer eingeladen, einen großartigen Klangkörper zu erleben, der gleich zur Eröffnung mit dem Stück „Dona Nobis Pacem“, („Gewähre uns Frieden“) mit einer kraftvollen Botschaft bestach.

Bläser und Orgel im Dialog

Einen festlichen Dialog zwischen Blechbläsern und Orgel, gespielt von Susanne Fuierrer, stellte das „Grand Choeur Dialogué“ des französisch-romantischen Komponisten Eugène Gigout dar. Dem italienischen Sänger Carlo Maria Michelangelo Nicola Broschi, der bis heute zu den berühmtesten aller Kastraten zählt, war das Stück „Farinelli“ gewidmet.

Mit der Weihnachtsnovelle, der bekannten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, ließ das aus knapp 60 Musikern bestehende Orchester den Erzählungen von Unger-Krystek eine aufwühlende Tondichtung folgen. In dieser erfährt der alte, geizige Kaufmann Scrooge eine wundersame Wandlung und berührt am Ende als Wohltäter die Herzen.

„Der Mond ist aufgegangen“, eines der bekanntesten deutschsprachigen Volkslieder leitete in den zweiten Programteil des Abends über. Das Stück „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan, das sich mit „Konzert der Liebe“ übersetzen lässt, bot eine große, musikalische Bandbreite an Gefühlen – von freudiger Aufgeregtheit bis hin zu Sehnsüchten und Melancholie.

„Boléro de Noël“ für sinfonisches Blasorchester und Peter Tschaikowsky „The Nutcracker Swing“ folgten im weiteren Verlauf. Und auch „Irish Tune From County Derry“ sorgte nicht zum ersten Mal an diesem Abend für Gänsehautmomente. Der zeitlose Klassiker ist eine moderne Vertonung einer heute berühmten Melodie aus der irischen Grafschaft Derry (Londonderry) – ein wahrer Höhepunkt.