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Sabine Meier mit einem Plakat zum Film „Im Schatten der Sonne“. Foto: Tilo Keller
Sabine Meier mit einem Plakat zum Film „Im Schatten der Sonne“. Foto: Tilo Keller
08.11.2018

Mut zum Weitermachen: Sabine Meier aus Niefern-Öschlebronn begeistert von „Im Schatten der Sonne“

Niefern-Öschelbronn. Sabine Meier aus Niefern-Öschelbronn findet sich im Film „Im Schatten der Sonne“ wieder und berichtet aus der Perspektive einer Rollstuhlfahrerin.

Es gibt Schicksale, die im Kopf eines Drehbuchschreibers entstanden sein könnten. So auch die Lebensgeschichte von Sabine Meier aus Niefern-Öschlebronn. Der Spielfilm „Im Schatten der Sonne“ ist nicht von ihr inspiriert, erzählt aber trotzdem ziemlich genau ihre Geschichte. Der Film „Im Schatten der Sonne“ von Britt Abrecht und Hannah Jasna Hess, dreht sich um eine junge Tänzerin, die durch einen Verkehrsunfall im Rollstuhl landet und danach ihr Leben neu ordnen muss. Regisseurin und Hauptdarstellerin sind beide aus Pforzheim und haben den Film letztes Jahr auch in der Region gedreht.

Die Anfrage beim Schwarzweiß Club Pforzheim, ob man für den Filmdreh ein Tanzkleid zur Verfügung stellen könnte, landete schließlich bei Sabine Meier, die dem Vorstand des Vereins angehört. Als sie am Telefon hörte, wovon der Film handeln soll, sagte sie: „Sie verfilmen gerade mein Leben.“ Die Verblüffung der Filmemacherinnen war groß und es begann ein Austausch zwischen den Frauen. „Das war schon ein krasser Zufall“, sagt Meier. Beim Schwarzweiß Club Pforzheim hat Meier das Tanzen angefangen und war später Formationstänzerin beim Tanzclub Ludwigsburg. Bis zu jenem Tag im Oktober 1991.

Nach dem Abschlusstraining, nur einen Tag vor der deutschen Meisterschaft, wurde das Auto, in dem Sabine Meier auf der Rückbank schlief, in einen schweren Unfall verwickelt. Seither ist sie auf den Rollstuhl angewiesen. „Es gibt Situationen im Film, in denen ich mich wiedersehe“, erklärt Meier, deren Leben ähnlich, wie das der Filmfigur, auf Tanzen ausgerichtet war. „Ich war früher jeden Tag im Trainingssaal gestanden und dann plötzlich nicht mehr.“ Die Verzweiflung, dass der Wohnraum nicht sofort barrierefrei ist, dass man nicht einfach eine Treppe gehen kann oder dass man nicht raus kann, wenn niemand da ist, nennt sie als frustrierende Beispiele.

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