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26.02.2019

Nach Abschüssen von drei Hirschen: Wildtier-Biologin erstattet Anzeige gegen die Jäger

Nordschwarzwald. Die Abschüsse der drei besenderten Hirsche im Rotwildgebiet Nordschwarzwald haben ein juristisches Nachspiel: Die Wildtier-Biologin Christine Miller hat bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen tierschutz - und jagdrechtliche Bestimmungen gegen Unbekannt eingereicht.

Die Vorsitzende des Vereins „Aktionsbündnis zum Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume in Bayern“ wurde durch den Artikel in der „Pforzheimer Zeitung“ auf den Fall aufmerksam und handelte sofort. „Hier wurde auf Tiere angelegt und abgedrückt, ohne zu wissen, auf was geschossen wird“, ärgert sich die Biologin, die selbst Jägerin ist. Sie geht davon aus, dass die beiden abgeschossenen Alttiere (weibliches Rotwild) Muttertiere waren und somit verwaiste Kälber zurückgelassen wurden.

Zur Erinnerung: Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg hat unter anderem in den Wäldern rund um Bad Wildbad Rotwild mit Senderhalsbändern ausgestattet, um die Lebensgewohnheiten der Tiere zu erforschen. Dies ist Teil des Rotwildkonzeptes Nordschwarzwald. Die Tiere tragen auffällige Ohrmarken und Halsbänder. Drei besenderte Tiere wurden nun Ende Januar von Jägern erlegt, obwohl die Schützen darauf sensibilisiert waren, dass in dem Gebiet besenderte Tiere unterwegs sind, die nicht abgeschossen werden sollen. Abgesehen vom Aufwand der betrieben werden musste, um die Tiere mit Senderhalsbändern und Magensonden auszustatten, kann auch das Fleisch der Tiere wegen der vorausgegangenen Narkotisierung nicht verwertet werden.

Die Hirsche, die erforscht werden, erhalten von der FVA Namen. So auch die drei abgeschossenen Tiere. Olga von der Hohendohle, die im Bereich des Wildbader Rennbachtals bis hinauf auf den Sommerberg unterwegs war und Georg vom Lehenkopf, der die Wälder vom Eyachtal bis zum Sommerberg durchstreifte, wurden innerhalb weniger Tage erlegt. Ebenso Trudel, die die Schwarzenbachtalsperre umrundete.

Biologin Miller beruft sich in ihrer Anzeige neben einer ganzen Reihe von anderen Punkten nun unter anderem darauf, dass die Schützen ihrer Meinung nach prüfen hätten müssen, ob die beiden weiblichen Tiere – also Trudel und Olga – Jungtiere bei sich führen.

Mehr lesen Sie am 27. Januar in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.