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Nachdem bereits der Ispringer Gemeinderat beschlossen hatte, nicht beim Interkommunalen Gewerbegebiet Steinig mitzumachen, hat nun auch Kämpfelbach dem Projekt eine Absage erteilt. Foto: PZ-Archiv
Steinig 120.jpg © PZ-Archiv
27.09.2011

Nach Kämpfelbacher Nein: Pforzheim und Neulingen halten am IKG Steinig fest

PFORZHEIM/ENZKREIS Nein, Sektkorken knallten nicht. „Euphorie wäre verfrüht“, sagt Manfred Pflüger als Sprecher der Bürgerinitiative Nord, jener Pforzheimer Anwohner des geplanten Interkommunalen Gewerbegebiets (IKG) Steinig zwischen Wilferdinger Höhe und A8, die das Vorhaben mit allen politischen Mitteln bekämpfen. Nun hat nach dem Ispringer auch der Kämpfelbacher Gemeinderat beschlossen, nicht mitzumachen.

Offenkundig habe eine Ratsmehrheit befürchtet, dass die Bürgerinitiative das Gewerbegebiet und somit das Kämpfelbacher Geld auf Jahre hinaus blockieren könne. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Pflüger. Ganz anders sehen das sowohl die Stadt Pforzheim als auch die Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (IHK). „Wir stehen zum IKG und sind von der Bedeutung und der Zukunftsfähigkeit derartiger Gewerbegebiete überzeugt“, sagt Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager. „Wir bedauern die Entscheidung gegen eine Beteiligung der Gemeinde Kämpfelbach am geplanten IKG im Interesse der regionalen Wirtschaft sehr“, unterstreicht IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler. Es herrsche ein dringender Bedarf an neuen Gewerbeflächen, und Steinig hätte sich hervorragend geeignet.

Im Enzkreis ist die Lage nicht ganz so klar, wie nach der Kämpfelbacher Entscheidung angenommen wurde: In Ispringen führte zwar eine Pattsituation im Gemeinderat dazu, dass die Entscheidung gegen das IKG ausgefallen ist, doch Ispringens Bürgermeister und IKG-Befürworter Volker Winkel möchte mit den Fraktionen erneut ins Gespräch kommen. Eisingen hätte nur mitgemacht, wenn sich mindestens drei Enzkreis-Gemeinden am IKG beteiligen. Bürgermeister Roland Bauer Bauer kündigt an, seinem Gemeinderat nun dazu zu raten, nicht ins IKG einzusteigen. Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt sieht aufgrund des „erwartungsgemäß ausgefallenen Kämpfelbacher Votums“ keinen Anlass, das Ja seiner Gemeinde zu überdenken. Womöglich gebe es auch noch andere, potenzielle Interessenten. Dabei richtete Schmidt seinen Blick auf Remchingen.