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Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt hat die zuständige Sozialarbeiterin unterstützt. Foto: PZ-Archiv
Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt hat die zuständige Sozialarbeiterin unterstützt. Foto: PZ-Archiv
07.12.2018

Nach Kritik im Gemeinderat: Jugendkeller in Bauschlott wird wieder genutzt

Neulingen-Göbrichen. Ein Ort zum Entspannen in der Freizeit, zum gemeinsamen Lernen mit den besten Freunden oder auch für kleinere Feste – davon träumen wohl viele Jugendliche. In Göbrichen sollte das schon bald Wirklichkeit werden – zumindest für eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen, die bereits im April dieses Jahres mit ihrem Wunsch nach einem gemütlichen, kleinen Rückzugsort auf die für die Gemeinde Neulingen zuständige Sozialarbeiterin Marena Buderer zugegangen ist.

Die 14- bis 17-Jährigen hatten den Vorschlag, einen Bau- oder Wohnwagen aufzustellen, den sie selbst verwalten. Fünf der Jugendlichen hatten hierfür sogar bereits eine spezielle Schulung besucht, erklärt Buderer. „Unsere Sozialarbeiterin hat einiges dafür getan, um diese Bitte umzusetzen“, sagt Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt. Er war von Anfang an überzeugt von dieser Idee, unterstützte sie deshalb auch und wollte sie so schnell wie möglich umsetzen. Das gelang ihm letztendlich vergangene Woche – wenn auch mit Umwegen: Nach der monatelangen Suche nach einer geeigneten Unterbringung für die Jugendlichen traf das Thema zu guter Letzt auch noch im Gemeinderat auf große Kritik der Freien Wählervereinigung (FWV). „Ein Wohnwagen, weit weg von der Ortsbebauung, eignet sich nach unserer Auffassung nicht für einen Jugendtreff“, hieß es im entsprechenden Antrag. Vor allem sei, nach Meinung der FWV, dort die Sicherheit der Jugendlichen durch die Gasbeheizung nicht gewährleistet und damit für die Fraktionsmitglieder nicht zu verantworten. Heinrich Furrer, Vorsitzender der FWV, schlug stattdessen einen „Wohncontainer in der Nähe des Bauhofs in Göbrichen“ vor. Eine Idee, die für den Bürgermeister allerdings nicht in Frage kam, denn: „Wir haben bereits in Bauschlott den Jugendkeller“, machte er deutlich. Derzeit werde dieser zwar nur von Sechs- bis 13-Jährige benutzt. Doch wie Schmidt vor rund zwei Wochen ankündigte, könne man das jederzeit ändern – ganz ohne neues Bauprojekt.

Vorteile im Gewölbekeller

Gesagt, getan: Der Bürgermeister schlug den Jugendlichen vergangene Woche den Jugendkeller als geeigneten Ort für ihre Treffen vor. Und wie Schmidt nun berichtet, stieß dieser Vorschlag auf Begeisterung. „Meiner Meinung nach nur verständlich, da der Jugendkeller nur Vorteile bietet“, sagt Schmidt. Musikanlage mit Mischpult und Boxen, gemütliche Sitzgelegenheiten und Spieleangebote wie Tischkicker – all dies sind dort bereits. Hinzu sei die Unterstützung der Eltern gekommen, die sich dazu bereiterklärten, die Verantwortung über den Gewölbekeller zu übernehmen.

„Ohne große Bauarbeiten haben wir den Jugendlichen einen Wunsch erfüllen können“, sagt Schmidt. Trotzdem hat er sich dazu entschlossen, den Gemeinderat über diese Sache in der kommenden Sitzung zu informieren.

Und der Wohnwagen? Der werde laut Schmidt voraussichtlich im Frühjahr auf Vordermann gebracht. Eines sei dabei aber sicher: „Ich überlasse die Jugendlichen natürlich nicht einfach sich selbst“, macht der Bürgermeister deutlich und verspricht, dass die Beheizung des Wohnwagens dann überprüft werde.