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Nach Leichenfunden in Thailand und Bretten: Polizei setzt auf Obduktion © dpa
02.08.2014

Nach Leichenfunden in Thailand und Bretten: Polizei setzt auf Obduktion

Bretten. Bei der Aufklärung eines möglichen Familiendramas mit drei Leichen in Bretten und Thailand will die Polizei die Ermittlungen in den kommenden Tagen vorantreiben.

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Am Montag sollen Spezialisten die Wohnung des getöteten Ehepaars in Stuttgart noch einmal genauer unter die Lupe nehmen, wie ein Polizeisprecher am Wochenende sagte. Die Befragung eines wichtigen Zeugen haben die Beamten nicht weitergebracht.

Nach Angaben der Polizei vom Sonntag handelt es sich dabei um den ehemaligen Lebensgefährten eines 34-Jährigen, dessen Skelett Mitte Juli in der Nähe von Bangkok gefunden worden war. Bei der Suche nach den Eltern des Toten hatten die Ermittler am Donnerstag die Leichen der beiden entdeckt - vergraben in einem Garten in Bretten (Kreis Karlsruhe). Unklar war am Sonntag nach wie vor, inwiefern das Verbrechen an dem Ehepaar mit dem Tod des 34-Jährigen zusammenhängt.

Auch der Lebensgefährte des Sohnes, der laut Polizei vor wenigen Tagen befragt worden war, half den Ermittlern nicht weiter. Der aus Stuttgart stammende Mann sei mit seinem ehemaligen Freund zwar in Thailand gewesen. Ob er dort zuletzt mit dem 34-Jährigen auf Reisen war und womöglich früher abgereist ist, wisse man aber nicht.

Bei der Frage, wann sich die Familie zuletzt gesehen hatte, half der Zeuge ebenfalls nicht weiter. «Wir wissen nicht, wann der Mann das letzte Mal Kontakt zu seinen Eltern hatte», sagte der Sprecher der Polizei. Unklar sei auch das Ausreisedatum nach Thailand. «Vermutlich irgendwann im Juni», sagte der Sprecher. Bei dem 34-Jährigen waren Spuren der synthetischen Droge Crystal Meth gefunden worden.

Die Beamten wollen sich von Montag an verstärkt auf die möglichen Zusammenhänge zwischen den beiden Taten konzentrieren. Sie erhoffen sich davon wertvolle Information - denn die Spurenlage am Fundort der Leichen hatten sich als schwierig herausgestellt. Der starke Regen der letzten Wochen habe den Ort stark verändert, sagte der Sprecher.

Die Ermittlungen dort sind vorerst abgeschlossen, die Identität der beiden Leichen ist geklärt: eine 65-jährige Frau und ihr 71 Jahre alter Ehemann. Der Verdacht liege nahe, dass es sich beim mutmaßlichen Täter um den Sohn handeln könne, hieß es.

Erste Ergebnisse der Obduktion hätten ergeben, dass der Tod des Ehepaars bereits mehrere Wochen oder sogar Monate zurückliege. Einen genauen Todeszeitpunkt konnten die Gerichtsmediziner noch nicht feststellen. Die Leichen seien schon zu stark verwest, sagte der Sprecher. Auch die Todesursache stehe noch nicht fest. Dazu seien erst noch feingewebliche Untersuchungen nötig. Bis deren Ergebnis vorliege, könnten noch mehrere Wochen vergehen.