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Der Angeklagte (im roten Shirt) im Beisein seines Verteidigers Stefan Rothenstein (links) und eines Dolmetschers im Gerichtssaal. Foto: Krivec
Der Angeklagte (im roten Shirt) im Beisein seines Verteidigers Stefan Rothenstein (links) und eines Dolmetschers im Gerichtssaal. Foto: Krivec
06.09.2018

Nach Messerattacke auf offener Straße in Heimsheim: Ehemann kommt hinter Gitter

Heimsheim/Karlsruhe. Für die Messerattacke auf seine von ihm getrennt lebende Frau in Heimsheim muss ein Afghane für neun Jahre ins Gefängnis. Am Donnerstag verurteilte das Schwurgericht des Landgerichts in Karlsruhe den 32-Jährigen, der auf der Anklagebank erstmals Gefühle zeigte und zeitweise in Tränen ausbrach, unter anderem wegen versuchten Mordes.

Der Vorsitzende Richter der Kammer, Leonhard Schmidt, sprach von einem exemplarischen Fall. In Zukunft würde die Justiz es öfter mit Männern zu tun bekommen, die nicht mit den westlichen Werten und insbesondere mit den hiesigen Rechten von Frauen zurechtkämen und deren Frust darüber irgendwann in einer Gewaltexplosion wie in Heimsheim oder kurz zuvor in Mühlacker ende.

Die Kammer sah es in ihrer Urteilsbegründung als erwiesen an, dass der Asylbewerber in Anschlussunterbringung seine Frau Ende März mit Tötungsabsicht in der Mönsheimer Straße attackiert hatte. Die insgesamt neun Stich- und Schnittverletzungen am Kopf, Oberkörper, Rücken, Oberschenkel und im Gesicht seien nicht Ausdruck gewesen, die Frau, wie von dem Afghanen behauptet, lediglich zu verletzen. Er habe der Geschädigten im Vorfeld mehrfach und auch in der Öffentlichkeit wegen einer möglichen und dann tatsächlichen neuen Partnerschaft mit dem Tode gedroht, ihr am Tattag sofort in den Bauch gestochen und dabei sinngemäß „Ich töte dich“ gerufen, sagte Schmidt. Zudem habe er die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit der 28-Jährigen ausgenutzt und heimtückisch gehandelt, indem er sie auf die Straße gelockt und dann zugestochen habe.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Eine Revision kann eingelegt werden. In einem solchen Fall wird der Bundesgerichtshof den Prozess auf mögliche Verfahrensfehler prüfen. Zeugen werden dabei nicht mehr gehört.