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Vier Jugendliche verunglücken in Auto: Mädchen in Lebensgefahr © Meyer
02.04.2012

Nach Unfall 14-Jährige noch immer in Lebensgefahr

Nach dem schweren Unfall, bei dem vier junge Menschen am Sonntagabend zwischen Friolzheim und Tiefenbronn verletzt wurden, schwebte eine 14-Jährige nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr. Das Mädchen war mit einem 15- und einer 17-Jährigen in dem Kleinwagen gesessen, den ein 19-Jähriger gesteuert hatte. Die Jugendlichen hatten gegen 21.45 Uhr am Sonntag von Friolzheim her eine Abkürzung nach Tiefenbronn genommen, die für den Verkehr gesperrt sind. Nur landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen den Feldweg eigentlich benutzen.

Die Polizei vermutet, dass der junge Fahrer den Ford-Kleinwagen zu schnell über den schmalen Weg fuhr. In Höhe einer Feldscheune war das Auto nach links von der Fahrbahn abgekommen. Mit der linken Fahrzeugseite prallte der Ford auf den starken Stamm einer Tanne – seitlich hatten die Insassen in dem kleinen Wagen keinen Schutz durch Airbags. Alle vier mussten mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Der 19-jährige Fahrer war nach Polizeiangaben nicht angeschnallt gewesen. Ihm wurde für weitere Untersuchungen eine Blutprobe entnommen. Ein Sachverständiger soll die näheren Umstände des Unfalls aufklären. Warum die Jugendlichen am Sonntagabend auf dem gesperrten Feldweg unterwegs gewesen waren, wusste die Polizei gestern noch nicht.

Hilfe für Angehörige

Der Unfall wühlt die Menschen auf. Angehörige der Verunglückten waren noch am Sonntagabend zum Unfallort geeilt. Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund zogen am Ende 34 Einsatzkräfte zusammen, die die Verletzten versorgten, aber auch deren Familien betreuten. Die Notfallnachsorge nutzte dafür auch das Gerätehaus der Feuerwehr Tiefenbronn, die die Sanitäter beim Einsatz am Feldweg unterstützt hatte. Das Rote Kreuz berichtet von insgesamt zehn betreuten Personen.

Unfälle mit jungen Menschen sorgen immer besonders für Betroffenheit. Unweit des jetzigen Unglücksorts, auf der Landesstraße am Betzenbuckel, waren im Herbst 2010 vier Jugendliche bei Friolzheim mit einem Auto von der Strecke abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Ein Jugendlicher war damals ums Leben gekommen. 2004 kamen zwei Jugendliche ums Leben gekommen, als ein mit sieben jungen Leuten besetztes Auto eine Kurve nicht geschafft hatte und ebenfalls mit Bäumen kollidiert war.

Der Feldweg zwischen Friolzheim und Tiefenbronn werde von Ortskundigen immer wieder als verbotene Abkürzung genommen. Das berichten Anwohner, bei denen der Unfall vom Sonntag auch schlimme Erinnerungen an ein Unglück geweckt hat, bei dem 2006 in diesem Bereich ein Auto in eine Gruppe von Wanderern gefahren war. Vier Menschen waren damals schwer verletzt worden.

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