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Polizisten fesseln einen Täter: Dürfen das auch Bürger, wenn sie einen Straftäter auf frischer Tat erwischen? Ja, aber es gibt Grenzen, sagen Juristen. Foto: dpa-Archiv
Polizisten fesseln einen Täter: Dürfen das auch Bürger, wenn sie einen Straftäter auf frischer Tat erwischen? Ja, aber es gibt Grenzen, sagen Juristen. Foto: dpa-Archiv
14.09.2016

Nach Vorfall in Niefern: Darf neben der Polizei auch der Bürger einen Täter festnehmen?

In Niefern hielten Anwohner, die mit ihren Hunden Gassi gingen, einen Einbrecher fest, bis die Polizei kam. Nun fragt sich PZ-Leser Hans-Dieter D., ob die Spaziergänger das Gesetz auf ihrer Seite hatten, als sie den Täter daran hinderten, abzuhauen.

Gewöhnlich läuft es bei einem Kriminalfall so: Die Polizei kommt den Bösewichten auf die Spur und nimmt sie fest. Doch wie ist das eigentlich, wenn Bürger eine Tat beobachten, wie am Sonntagabend fünf Nieferner, die im Recyclinghof einen Dieb erwischten, seinen Autoschlüssel abzogen und festhielten? Die Gruppe habe sich gesetzestreu verhalten, bestätigt Bernhard Ebinger als Sprecher der Staatsanwaltschaft Pforzheim, den die PZ dazu befragte.

Denn es gibt ein sogenanntes Jedermann-Festnahmerecht. Festgeschrieben ist das in Paragraf 127 der Strafprozessordnung: „Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen.“

<<<Erfolg für Kommissar Zufall: Spaziergänger auf Einbrecherjagd>>>

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