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Meterhoch schlugen die Flammen, als der Jugendtreff in Wilferdingen ausbrannte. Wie Bertolore Giuseppe, Dario Fanara und Ömer Günes (von links) zeigen, erinnert an ihren alten Treffpunkt nur noch dunkle Erde. privat/Walter
Meterhoch schlugen die Flammen, als der Jugendtreff in Wilferdingen ausbrannte. Wie Bertolore Giuseppe, Dario Fanara und Ömer Günes (von links) zeigen, erinnert an ihren alten Treffpunkt nur noch dunkle Erde. privat/Walter
13.01.2012

Nach der Brandstiftung am Wilferdinger Jugendtreff glüht die Hoffnung

Remchingen-Wilferdingen. Spuren von schwarzer, durchgeweichter Asche auf matschiger Erde sind alles, was auf dem Parkplatz am Wilferdinger Ortsrand an den ausgebrannten Jugendtreff erinnert. Die jungen Männer, deren Bauwagen vor knapp einer Woche angezündet wurde, haben die Flammen aber noch vor Augen – und mit den Erinnerungen brennt in ihnen auch die Hoffnung, dass die Täter noch ergriffen werden können.Verdacht der Polizei gemeldet

Bildergalerie: Brandstiftung am Wilferdinger Jugendtreff: Die Tätersuche läuft

Brandstiftung am Wilferdinger Jugendtreff: Die Tätersuche läuftBrandstiftung am Wilferdinger Jugendtreff: Die Tätersuche läuftBrandstiftung am Wilferdinger Jugendtreff: Die Tätersuche läuft
Einen Verdacht haben sie bereits der Polizei gemeldet. Doch Dario Fanara, einer der Jugendlichen, gesteht ein: „Wir haben Anhaltspunkte, aber keine Beweise“. Und auch Remchingens Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon wiegelt ab: „Die Spekulationen gehen ja in alle Richtungen.“ So wird im Ort unter anderem über rivalisierende Jugendliche oder Gruppen, die selbst keinen Treffpunkt hatten, diskutiert. „Aber deswegen zündet doch niemand den Wagen an“, sagt Prayon, der sich darüber die „richtig geärgert“ hat.

„Total verärgert“ über die Brandstiftung ist auch Bertolore Giuseppe. Doch als in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem Heimweg von einer Feier den brennenden Wagen erblickte, überwog zunächst ein anderes Gefühl: die Sorge um „den Nachwuchs“: Zuletzt hatten sich auch die jüngeren Geschwister und Freunde der jungen Männer in dem ausrangierten Bäckereiverkaufswagen getroffen. „Zuerst habe ich gedacht, die Jungs wären da drin“, beschreibt Giuseppe seine Angst. An der Polizei vorbei sei er zu dem brennenden Wagen gerannt. Als er die glühende Tür öffnete, war er zunächst erleichtert: Der Wagen war leer – aber von der wenige Minuten später eintreffenden Feuerwehr auch nicht mehr zu retten.

Möbel und Elektronik verbrannt

Mit dem Stammtreffpunkt der jungen Wilferdinger verbrannte auch die gesamte Einrichtung: eine Couch, eine Stereoanlage, ein Fernseher und eine Spielkonsole – alles hatten sie mit angespartem Geld gekauft, alles wurde nun dem Erdboden gleichgemacht.

Ihren Blick richten sie jetzt nach vorne – und setzen dabei auch darauf, dass sich Bürgermeister Prayon für einen neuen Treffpunkt einsetzt. Eine Alternative im Ort sehen sie nicht: „Wenn wir uns wie früher am Rathaus treffen, stört das wieder die Anwohner“, sagt Giuseppe. Auch deswegen will Prayon „für die Jugendlichen einen neuen Treffpunkt suchen“.

Wie es bei der Suche nach dem Täter weitergeht, haben indes weder der Bürgermeister noch die jungen Männer direkt in der Hand: Der Fall liegt inzwischen bei Kriminalpolizei Pforzheim.

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