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Bereits in einer früheren Gemeinderatsitzung zeigen Jugendliche Interesse an einem Jugendgemeinderat. Archiv foto: Fux 

Nachwuchs in Maulbronn kämpft für Einrichtung eines Jugendgemeinderats

Maulbronn. Unterstützt wird das Anliegen von einem Antrag der SPD (die PZ hat berichtet). Nun legten die Jugendlichen mit einer Petition und 175 gesammelten Unterschriften nach. Marlon Frommer und Philipp Jakovleski stellten das Vorhaben in der digitalen Gemeinderatssitzung vor.

Doch noch knirscht Sand im Getriebe, denn die Vorstellungen von Bürgermeister Andreas Felchle weichen in entscheidenden Punkten von denen der Jugendlichen ab. Diese wünschen sich ein Wahlrecht für alle jungen Menschen im Alter von 14 bis 23 Jahren. „Dann hat es Ernsthaftigkeit und ist keine politische Lehrveranstaltung“, betont Philipp Jakovleski gegenüber der PZ. Den Jugendlichen, federführend Wilhelmine Wolf, Philipp Jakovleski, Jule Koschnike und Marlon Frommer, schwebt zudem ein ständiger beratender Sitz ohne Stimmrecht im Maulbronner Gemeinderat vor. Doch nicht nur dies und das Alter weit über 17 Jahren sind dem Rathauschef ein Dorn im Auge.

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Die Jugend will mitreden: In Maulbronn sollen neun junge Leute ihre Altersklasse politisch vertreten

Auch der Wunsch der Jugendlichen, dass Nicht-Maulbronner im Jugendgemeinderat sitzen könnten, stößt dem Schultes sauer auf. „Viele haben aufgrund von Vereinen, Schulen und Freundeskreis den Lebensmittelpunkt in Maulbronn“, so das Argument der jungen Menschen, die sich wünschen, dass Jugendliche aus Maulbronn, aber auch solche die dort zur Schule gehen oder eine Ausbildung in der Klosterstadt machen, Teil des Jugendparlaments sein können. Für Bürgermeister Felche, der einen Jugendgemeinderat grundsätzlich befürwortet, ist es unvorstellbar, dass auswärtige Jugendliche über Maulbronner Belange entscheiden. Auch sollen, so der Wunsch der Jugend, nicht nur Maulbronner Schulen und das Seminar bestimmte Sitzkontigente erhalten, sondern auch umliegende Schulen in Knittlingen oder Mühlacker, die von Maulbronnern besucht werden.

Der 19-jährige Philipp Jakovleski räumt gegenüber der PZ die Möglichkeit ein, dass der Vorsitzende des Maulbronner Jugendgemeinderats immer aus der Klosterstadt stammen könnte, unterstreicht aber auch die Wichtigkeit, dass alle übrigen Jugendgemeinderäte, die mit Maulbronn verbunden sind, nicht zwingend in der Stadt wohnen müssen. Unterstützt werden die Jugendlichen von Jana Freis aus Bretten vom Dachverband des Jugendgemeinderats. Die Fachfrau räumte viele Bedenken aus. „Wir brauchen Problemlösungen und keine Bedenkenträger“, betonte Gemeinderat Till Neugebauer (SPD).