nach oben
Ankleiden unter erschwerten Bedingungen: Jungtroll Jannoh Salch bei seinem Aufnahmeritual bei den Dennacher Trollen. Foto: Jürgen Keller
Mit dem Narrenwecken startet die 33 Jahre alte Narrenzunft Ittersbach in ihr Jubiläumsjahr. Foto: Weber
Narrentaufe bei den Birkenfelder Hogebiere: Annette Haug (rechts) tauft LeaGötzendörfer. Foto: Ketterl
Beim Narrenbaumstellen in der Ortsmitte von Schellbronn: Die Gruppen des Narrenbundes Schellau mit den Zunftwappen. Foto: Fux
08.01.2017

Narren feiern trotz eisigem Start in die fünfte Jahreszeit

Der Start in die fünfte Jahreszeit ist vom Wetter her eisig ausgefallen. Trotzdem ging es zum Auftakt der Fasnet richtig rund bei der Häs- und Maskentaufe der Hogebiere in Birkenfeld und auch in Dennach, Schellbronn und Ittersbach waren die Narren aktiv.

Bildergalerie: Maskentaufe und Häserweckung der Birkenfelder Hogebiere

Das Häs ist der Baumstamm und gekrönt wird dieser von einer birnenförmigen Maske – in Birkenfeld und der Region besser bekannt als Hogebiere. In der schwäbisch-alemannischen Fasnet hat gestern die fünfte Jahreszeit begonnen. Auch die 2008 gegründeten Birkenfelder Hogebiere staubten also ihr Häs ab und tauften Lea Götzendörfer zur 24. Maskenträgerin. Auf dem Schulhof der Ludwig-Uhland-Schule in Birkenfeld erwartete Zunftmeisterin Annette Haug zur Häs- und Maskentaufe nicht nur die Birkenfelder Narren, sondern auch die Tanzgruppe der Belrem-Gilde aus Dillweißenstein und Guggenmusiker der Bääreglopfa aus Dietenhausen, der „Gugguggs-Gugga“ von der Ittersbacher Narrenzunft und der Kieselbronner Gugge Gaiße, außerdem Einschneller mit ihren Karbatschen aus Dennach und Huchenfeld. nad

Bildergalerie: Dennacher Troll feiern Jubiläumsfete mit Maskentaufe

Getreu dem schwäbisch-allemannischen Brauch, haben die Mitglieder des Faschingsvereins „Dennacher Troll“ nicht nur am 6. Januar ihre Masken entstaubt, sondern einen Tag darauf, in der Schwabentorhalle in Dennach, gebührend ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Obertroll Jürgen Männicke brachte bei der Begrüßung der Geburtstagsgäste, darunter zahlreiche Abordnungen von 20 befreundeten Faschingsvereinen und Hästräger-Gruppen, zum Ausdruck, dass auf den Tag genau vor fünf Jahren der Dennacher Troll aus dem Wald gekommen ist. Eingebunden in das beeindruckende und abwechslungsreiche knapp vierstündige Jubiläumsprogramm, durch das der Troll Steffen Klarmann führte, war auch die Maskentaufe des neuen Hästrägers Jannoh Salch, einem „waschechten“ Dennacher.

Dem Dennacher Troll gehören 34 Mitglieder an, darunter sind 20 Hästräger sowie zahlreiche Kinder und Jugendliche. Ganz so einfach wurde es dem neuen Jungtroll allerdings nicht gemacht, in den Besitz der Larve und Maske zu kommen. Unter dem Gejohle der zahlreichen Gäste musste der Jungtroll sich zunächst entkleiden, um sich dann die Larve zusammen zu suchen. Mit einem „Taufwässerle“ und dem Taufspruch „aus tiefem Wald kommt der Troll, jetzt geht’s los, das ist ja toll“ und dem dreifachen Schlachtruf „Finger weg vom Pilz“, wurde der Jungtroll zum Troll ernannt, nachdem er vollständig angezogen war und seine Laufnummer 16 am linken Arm angenäht hatte. Zum Jubiläum mächtig eingeheizt hatten in großer Besetzung neben den Kieselbronner Guggegaise und den Bääreklopfa aus Dietenhausen, auch die Bü-Hoi-Cravallos aus Büchenbronn und die Pälzer Schollenklobber aus Römerberg-Berghausen. Für tänzerische Begeisterung sorgten die Schömberger Waldhufenstromer, die Köhler-Hexen aus Büchenbronn sowie die Singener Töpfleshexen sowie der Showtanz der 18-beinigen „Lucky Feet“ von der Fasnetszunft Brackenheim. jk

Einen eisigen Start in die fünfte Jahreszeit hatten die Narren des „Narrenbundes Schellau“ an Dreikönig in Schellbronn. Bei unter minus zehn Grad versagte teilweise sogar die Technik, mit der die Zunftwappen der einzelnen Gruppen auf den Narrenbaum heraufgehievt wurden. Mit Glühwein, Partymusik und guter Laune ließen sich die über hundert Narren das Spektakel in der Ortsmitte rund um den Brunnen aber nicht verderben. Jede Gruppe begleitete dabei das Anbringen ihres Wappens mit einem närrischen Spruch. Die Vorfreude auf den 18. Nachtumzug mit 72 Gruppen und über 2100 Hästrägern am kommenden Samstag ab 18.11 Uhr stand allen Beteiligten, einschließlich vieler anwesender befreundeter Zünfte, schon ins Gesicht geschrieben. fux

„Möge man ihn jetzt betören, möge man ihn jetzt beschwören. Narr wach auf und sei bereit, es beginnt die fünfte Jahreszeit“; rief Zunftmeisterin Sylvia Martin dem noch im Bett schlafenden Obernarr beim offiziellen Narrenwecken auf dem Rathausplatz in Ittersbach zu. Nach einem mehrfachen Narri – Narro, bei viel Getöse durch die Rasseln und Schellen und unter den Klängen der Ittersbacher „Guggugs-Gugga“, dem schrägen Klangkörper der Zunft, hieß es schließlich: „Jetzt reckt er sich, jetzt streckt er sich, wir haben es geschafft, die Narretei ist aufgewacht“.

Seit nunmehr 33 Jahren pflegt man in Ittersbach das Brauchtum der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Verbunden mit dem Narrenwecken war die Prüfung für sechs „Narrenpraktikanten“, die nach erfolgreicher Prüfung mit Übergabe der Häs offiziell eingegliedert wurden. Sie wurden gleichzeitig mit dem Narrenstempel auf dem Bauch gekennzeichnet, der bis Aschermittwoch zu tragen ist. Damit hat sich die Gruppe der „Jaköblen“ der Zunft um sechs weitere Mitglieder erhöht.

Der Zunftrat nutzte die Gelegenheit, vor dem trotz klirrender Kälte zahlreich erschienenen närrischen Volk, darunter auch die befreundete „Narrenzunft Straubenhardt“ aus dem Nachbarort, die wichtigsten Termine der recht kurzen Kampagne zu verkünden: 21. Januar, 14 Uhr, Narrenbaumstellen auf dem Rathausplatz, 18. Februar, 20 Uhr, „Nacht der Zünfte“, in der Wasenhalle, 19. Februar, 14 Uhr, „Ittersbacher Jubiläumsumzug“, 23. Februar (Schmotziger Donnerstag), 19 Uhr, Rathaussturm, 25. Februar, 20 Uhr, Hexenball in der Wasenhalle und 28. Februar, 14 Uhr, Familienfasenacht in der Wasenhalle. i.e.