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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

Ein Hingucker der zupackenden Art war das Bauarbeiter-Männerballett, das von Bürgermeister Oliver Korz (Zweiter von rechts) unterstützt wurde. Rechts vorn setzte Michael Mühldräxler als Baustelle aus. Foto: Fux
Aufreizender Auftritt: die Große Garde des Narrenbundes Schellau in der Schwarzwaldhalle. Foto: Fux
Kleines Tanzmariechen ganz groß: Lilly Frick. Foto: Fux
28.01.2018

Narren von Schellau bringen Stimmung in die Schwarzwaldhalle

Neuhausen-Schellbronn. Tänzerische Raffinessen der Garden, gleich drei sehr bewegliche und biegsame Tanzmariechen, ein Männerballett, unter das sich auch Bürgermeister Oliver Korz mischte, messerscharfe Wortbeiträge bestückt mit Spitzen gegen Hamberg und Neuhausen sowie bunte Showeinlagen machten die Schellau-Prunksitzung in der Schwarzwaldhalle perfekt.

Bildergalerie: Prunksitzung des Narrenbundes Schellau in Schellbronn

Neuhausens Rathauschef Korz hatte im vergangenen Jahr eine Wette verloren und tanzte nun im Bauarbeiter-Männerballett mit, das, sehr ideenreich umgesetzt, zum Hingucker wurde. Die kleine Garde reiste tänzerisch einmal um die Welt und legte einen Stopp bei Cowboys und Indianern ein, entführte in den Orient, nach Spanien und Brasilien. Die Mittlere Garde setzte das Motto der diesjährigen Kampagne „Playa del Schella“, wie es Moderator Fabian Ochs vorstellte, der zwischendurch auch als Life-Guard in der Halle vorbeischaute, mit Ballermann-Hits in Sommeroutfits um.

Tänze auf hohem Niveau

Um das Mallorca-Feeling samt einer Oberweiten-Modenschau ging es dann auch bei einer witzigen Show der Brunnengeister.

Unheimlich flink und graziös ist das Kleine Tanzmariechen Lilly Frick, das erst seinen zweiten Auftritt auf der Schellau-Bühne hatte. Das große Tanzmariechen Lisa Glatthaar hat an Beweglichkeit nichts verloren und lieferte einmal mehr einen Tanz mit unterschiedlichen Elementen auf hohem Niveau ab. Doch unschlagbar – zumindest was Leichtigkeit und Biegsamkeit angeht, ist noch immer das Mittlere Tanzmariechen Malin Sayle, das trotz Erkältung Solo tanzte und insgesamt an vier weiteren Auftritten mitwirkte.

Tänzerisch zum Knüller wurde dann auch der gemeinsame Auftritt des großen Tanzmariechens Lisa Glatthaar und des Mittleren Malin Sayle.

Herausragend, auffallend und wie immer mit dem gewissen Etwas war auch der erotische Burlesque-Tanz der Großen Garde, bei dem auch Schellau-Prinzessin Kyra I. mittanzte und der an einen Besuch im „Moulin Rouge“ denken ließ. Und die Große Garde bewies Schellau-Präsidentin Patrica Hoenke, dass sie auch im Gardekostüm beim Marsch eine gute Figur macht. Kein Auge trocken ließen die Geschwister Kim und Benni zusammen mit ihrem Vater Manfred Wettstein, die beim Friseur vor allem über Hamberg und Neuhausen lästerten. „Aus Hamberg zu sein ist keine Sünde, aber bereuen sollte man es trotzdem“, spottete das Trio um dann gegen Neuhausen auszuteilen: „Neuhausen hat 1740 die Klobrille erfunden und erst 100 Jahre später gemerkt, dass auch ein Loch drin ist“, frotzelte die Familie weiter. Fabian Ochs, der aus Hamberg kommt, ließ der Spott kalt. Er konterte mit einem „I love Hamberg“ T-Shirt.

Um den Narrensamen braucht man sich beim Narrenbund Schellau keine Sorgen zu machen. Denn der erst zehnjährige Devin Pohle und der 13-jährige Florian Schenk bewiesen in der Junioren-Bütt großes Talent. Alte Hasen auf diesem Gebiet sind Eva Kocherscheidt und Andrea Boppenhausen, die das Publikum beim Saunabesuch zum Lachen brachten. Die Lachmuskeln anspannen konnten die Zuschauer auch bei den Bietschellen, die rhythmisch auf Musik von Queen oder AC/DC „pinkelten“. Ausgelassene Stimmung herrschte beim Narrenbund bis tief in die Nacht, bei Tanz, Musik und Schunkelrunden.