Naturpark: Bilanz und Ausblick lassen aufhorchen

Nordschwarzwald. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord blickt auf gutes und trotz Corona aktives Jahr zurück.

Von Rekord-Zahlen reden die Organisatoren. Mit 24 Naturpark-Märkten gibt es in dieser Saison so viele Veranstaltungen wie noch nie. Die Zahl der Schwarzwald-Guides nähert sich der Hundertermarke. Im EU-Förderprogramm kann der Naturpark die bislang mit Abstand höchste Fördersumme von 1,2 Millionen Euro ausschütten. Auch die Mitgliederzahl der Städte und Gemeinden ist im vergangenen Jahr um acht Kommunen auf 115 angewachsen.

Ganz besonders freut sich Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker darüber, dass die Gemeinde Malsch (Landkreis Karlsruhe) wieder eingetreten ist. „Jetzt ist die Naturpark-Familie wieder vollständig“, sagte Dunker.

Innovatives Vorzeigeprojekt ist das Naturpark-Humusprojekt. Dabei wird Humus auf Acker- und Grünland aufgebaut. Dadurch wird klimaschädliches CO2 im Boden gebunden. Die teilnehmenden Betriebe leisten so einen regionalen Beitrag zum Ausgleich von Emissionen. Ein weiterer positiver Effekt: Der aufgebaute Humus macht den Boden fruchtbarer und resistenter gegen den Klimawandel. Es ist Teil der 2021 gestarteten Klimakampagne. Mit dem neuen Programm der Naturpark-Partnerschaften würdigt der Naturpark Unternehmen, die sich durch nachhaltigen Umgang mit der heimischen Umwelt und ihren Ressourcen auszeichnen.

Der Naturpark treibt den Ausbau der Naturpark-Schulen und Naturpark-Kindergärten voran. Bis zum Jahresende wird es voraussichtlich mehr als 20 Naturpark-Schulen geben, die moderne Heimatkunde unterrichten. Auch für Kindergartenkinder hat der Naturpark ein natur-, heimat- und kulturnahes Konzept erarbeitet. Zehn Kindergärten im Naturparkgebiet haben bereits entsprechende Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet. Der erste Naturpark-Kindergarten wurde vor wenigen Tagen in Enzklösterle ausgezeichnet.

Bei der Mitgliederversammlung in Schramberg informierte Naturpark-Geschäftsführer Dunker die Mitglieder zudem über das diesjährige Maßnahmenprogramm. Der Naturpark verfügt 2022 über ein Gesamtvolumen von rund 1,3 Millionen Euro an Fördermitteln. „Der Naturpark leistet als Förderinstrument einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums. Je nach Projekt sind bis zu 70 Prozent der Kosten förderfähig“, sagte Dunker. Insgesamt bezuschusst der Naturpark 57 Projekte in der Region (Vorjahr 52). Ein Großteil der Projekte wird mit EU-Mitteln gefördert, der Rest stammt aus nationalen Finanzmitteln.

Neben eigenen Naturpark-Projekten soll 2022 auch eine große Zahl an Projekten der Mitglieder gefördert werden. Dazu zählen: die Ausschilderung neuer Wanderwege sowie Rad- und Mountainbike-Routen in mehreren Gemeinden, die Instandsetzung historisch wertvoller Trockenmauern in Bad Teinach-Zavelstein, Umweltbildungsprojekte im Infozentrum Kaltenbronn oder die Einrichtung einer neuen Tourist-Information in Oberwolfach in Anlehnung an den Naturpark-Info-Shop in Bühlertal. pm