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Das Projekt „Blühender Naturpark“ soll mehr Lebensraum und Futter für Insekten schaffen. Foto: Karin Schnaubelt-Seiter
Das Projekt „Blühender Naturpark“ soll mehr Lebensraum und Futter für Insekten schaffen. Foto: Karin Schnaubelt-Seiter
Vor knapp zwei Jahren bepflanzten die kleinen Besucher des Calmbacher Goßweilerkindergartens eine Bienenweide bei der Enztalhalle. Foto: Biesinger, Archiv
Vor knapp zwei Jahren bepflanzten die kleinen Besucher des Calmbacher Goßweilerkindergartens eine Bienenweide bei der Enztalhalle. Foto: Biesinger, Archiv
Kümmern sich um Bienen und Insekten (von links): Klaus Mack, Karl-Heinz Dunker, Manfred Kraft und Klaus Schmieder. Foto: Biesinger
Kümmern sich um Bienen und Insekten (von links): Klaus Mack, Karl-Heinz Dunker, Manfred Kraft und Klaus Schmieder. Foto: Biesinger
01.02.2019

Naturparke fordern Wildblumenwiesen: Das Land unterstützt mit rund 370.000 Euro

Bad Wildbad. Im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord soll es bald kräftig summen und brummen. Bei einer Tagung im Bad Wildbader Kurhaus beschäftigten sich gestern rund 100 Bürgermeister, Bauhofmitarbeiter, Schwarzwaldguides, Umweltschützer und Imker damit, wie und wo den Wild- und Honigbienen ein geeigneter Lebensraum zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Idee: möglichst viele Grünflächen im Naturpark mit nordschwarzwaldtypischen Saatmischungen zu bepflanzen.

Dadurch werden gleich zwei Ziele erreicht: Zum einen soll das Orts- und Landschaftsbild mit den bunten Blüten aufgewertet werden, zum anderen sollen vor allem Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für die drastisch zurückgegangenen Insekten geschaffen werden. Bad Wildbad geht dabei mit gutem Beispiel voran. Acht Blühflächen wurden in der Stadt angelegt, wie Bürgermeister Klaus Mack im Rahmen eines Pressegesprächs am Rande der Tagung berichtete. Der Schultes ist zugleich stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Unter anderem betreuen Kinder des Calmbacher Goßweilerkindergartens eine Bienenweide gegenüber der Enztalhalle. Aber auch die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes bringen sich auf öffentlichen Flächen ein.

Die praktische Umsetzung ist eigentlich ganz einfach. Interessierte Kommunen wenden sich an die Naturpark-Geschäftsstelle. Die Mitarbeiter dort begutachten die Fläche und entscheiden dann, welches Saatgut sich dafür eignet. Es ist nämlich nicht damit getan, einfach irgendwelche Samen auszubringen, wie der Obmann für Bienenweide vom Landesverband Badischer Imker, Manfred Kraft, erklärt. Das Saatgut muss zum Standort und vor allem zum Gebiet passen. Im Falle des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord ist das Gebiet groß, vor allem aber vielfältig. Schließlich reicht der Naturpark von Schuttertal bis Pforzheim und Tiefenbronn. Die verschiedenen Landschaftsformen benötigen jeweils passende Saatmischungen, damit die Insekten auch genug Nahrung finden. Doch nicht nur öffentliche Flächen eignen sich als Bienenweide. Auch Privatpersonen können sich an dem Projekt beteiligen. Auf der Homepage des Naturparks (www.naturparkschwarzwald.de) steht den Nutzern ein digitaler Wildblumenwiesenberater zur Verfügung. Mit ein paar Klicks findet damit jeder die passende Mischung für seinen Garten. Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker weiß: „Jede Fläche zählt, aber nur mit dem richtigen Saatgut“.

Das Projekt „Blühende Naturparke“ wird in allen sieben baden-württembergischen Naturparken durchgeführt. Im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord läuft es bereits seit 2016. Über 500 Flächen wurden bisher landesweit mit gebietsheimischen Wildblumen ausgestattet. Das Land unterstützt den „Blühenden Naturpark“ mit 370.000 Euro. Projektpartner ist der Landesverband Badischer Imker. Dessen Präsident Klaus Schmieder appellierte: „Wir möchten dazu anregen, einen Beitrag für die Artenvielfalt zu leisten. Wildblumenwiesen haben eine große ökologische Bedeutung“.