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Zonta-Clubpräsidentin Heike Bühler (vorne links) und Neurologin Andrea Nixdorf-Spira (vorne rechts) überreichen Brigitte Joggerst vom Gesundheitsamt des Enzkreises eine Spende für die Gruppe essgestörter Mädchen und Frauen beim Netzwerk Looping. Hinten die Psychologen Andrea Kaiser-Mihal und Ulrich Hähner. Foto: Falk
Zonta-Clubpräsidentin Heike Bühler (vorne links) und Neurologin Andrea Nixdorf-Spira (vorne rechts) überreichen Brigitte Joggerst vom Gesundheitsamt des Enzkreises eine Spende für die Gruppe essgestörter Mädchen und Frauen beim Netzwerk Looping. Hinten die Psychologen Andrea Kaiser-Mihal und Ulrich Hähner. Foto: Falk
28.03.2017

Netzwerk Looping hilft essgestörten Mädchen und Frauen

Wenn junge Mädchen und Frauen an einer Essstörung erkranken, leiden oft auch die Familien und Partner der Betroffenen mit. Netzwerk Looping, die Stelle für Gesundheitsförderung und Suchtprävention des Landratsamts Enzkreis, versucht, allen zu helfen.

Drei Gruppen bietet Looping an: eine für junge Mädchen und eine für Frauen mit Essstörungen, – sei es der Kampf mit dem Unter- oder dem Übergewicht – sowie eine Gruppe für Angehörige von Betroffenen. „Die Krankheit ist nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus meist nicht überwunden“, meint Psychologe Ulrich Hähner. Gemeinsam mit Erika Kaiser-Mihal betreut er die Angehörigengruppe. Umso wichtiger sei es, in den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Kontinuität und Stabilität sind wichtig“, sagt Brigitte Joggerst, die Leiterin des Gesundheitsamts beim Enzkreis. Seit 2004 gibt es das Angebot für Frauen, seit 2013 die Gruppe für junge Mädchen. Seither wandten sich fast 2500 Betroffene an das Netzwerk Looping, weitere 1000 Elternteile und Partner an die Gruppe für Angehörige, die es seit 2008 gibt. „Der Austausch mit anderen Betroffenen ist unheimlich wichtig“, sagt die Mutter eines essgestörten, 18-jährigen Mädchens, die anonym bleiben möchte. „Diese Krankheit trifft einen aus heiterem Himmel“, ergänzt ihr Mann, „man hat so viele Fragen.“ Die Gespräche mit anderen Eltern haben ihnen geholfen, Antworten zu finden.

Netzwerk Looping ist ein Zusatzangebot, das aber keinesfalls den Weg zum Therapeuten ersetzen soll, sagt Psychologin Erika Kaiser-Mihal. Möglich macht das auch der Zonta-Club Pforzheim. Der Serviceclub, der sich für die Belange von Mädchen und Frauen weltweit einsetzt, unterstützt Netzwerk Looping seit 2011. „Wir engagieren uns dort, wo die staatliche Hilfe nicht mehr ausreicht“, sagt Clubpräsidentin Heike Bühler. 4800 Euro gehen in diesem Jahr von Zonta an das Netzwerk.

„Die Zahlen sprechen für sich“, so Brigitte Joggerst angesichts der vielen Mädchen und Frauen, denen Looping schon helfen konnte. Der Kontakt zwischen Netzwerk und Looping und dem Zonta-Club entstand durch Neurologin Andrea Nixdorf-Spira, die ebenfalls Mitglied bei dem Serviceclub ist. „Es ist wichtig, dass das Engagement mit Herz und Taten geschieht, und genau das sehe ich hier“, sagt sie.