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Für den Wiederaufbau des evangelischen Gemeindehauses Wilferdingen packten Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (von links), Diakon Patrick Zipse, Architekt Peter Schaller, CVJM-Vorsitzender Christoph Gassner, Bauunternehmer Marc Frey, Pfarrer Friedemann Zitt und Astrid Schäfer vom Kirchengemeinderat an die Spaten. Für Musik sorgte der CVJM-Posaunenchor. Foto: Zachmann
Für den Wiederaufbau des evangelischen Gemeindehauses Wilferdingen packten Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (von links), Diakon Patrick Zipse, Architekt Peter Schaller, CVJM-Vorsitzender Christoph Gassner, Bauunternehmer Marc Frey, Pfarrer Friedemann Zitt und Astrid Schäfer vom Kirchengemeinderat an die Spaten. Für Musik sorgte der CVJM-Posaunenchor. Foto: Zachmann
30.10.2016

Neubau Gemeindehaus in Wilferdingen: Feuerfolgen werden weggeschippt

Remchingen-Wilferdingen. Zweieinhalb Jahre nach dem folgenschweren Brand kommt nun wieder richtig Leben ins evangelische Gemeindehaus Wilferdingen: Nach langanhaltenden Planungen und Verhandlungen packt die Kirchengemeinde gemeinsam und entschlossen den Wiederaufbau mit einem barrierefreien Neubau an. Während die Arbeiten schon unübersehbar in vollem Gange sind, griffen nach dem Gottesdienst Pfarrer Friedemann Zitt, Diakon Patrick Zipse, Kirchengemeinderätin Astrid Schäfer, der CVJM-Vorsitzende Christoph Gassner, Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon, Architekt Peter Schaller und Bauunternehmer Marc Frey mit zahlreichen Kindern symbolisch an die Spaten. Zahlreiche Besucher, die sich dicht um die Bauzäune scharten, sangen währenddessen fröhlich „Nun danket alle Gott“ und stellten das Projekt unter den Segen Gottes.

Zuvor zog Pfarrer Zitt in seiner Predigt Parallelen zu Nehemias Erfahrungen beim Wiederaufbau der Jerusalemer Stadtmauer vor rund 2500 Jahren. Auch die Wilferdinger seien immer wieder mutig bis zur nächsten Tür gegangen und hätten gewartet, ob sie sich öffnet. „Vielleicht ist es eine Chance, die Gott uns gegeben, hat – trotz allen Nachteilen des Brandes“, verdeutlichte Zitt, für den die erst vor wenigen Tagen sichere Zusage der Versicherung eine weitere wichtige Tür gewesen sei, um mit der Sicherheit Nehemias zu sagen: „Der Gott des Himmels wird unser Vorhaben gelingen lassen. Wir tun nur, was er von uns möchte, darum werden wir mit dem Bau beginnen.“

Neben der Versicherungssumme will die Kirchengemeinde das über zwei Millionen Euro teure Großprojekt vor allem aus Eigenmitteln stemmen. Groß ist die Freude über die Förderung samt Profilzuschlag des Oberkirchenrats, der zunächst eine Verringerung der Fläche wollte, dann aber den Platzbedarf der zahlreichen Gruppen vom Kindergottesdienst über die Jungschar bis zum Seniorentreff erkannt hatte. Weitere 100 000 Euro sollen ehrenamtliche Arbeitsstunden erbringen, für die Rudi Leber Ansprechpartner ist. Spenden und Förderungen gab es bereits. Zahlreiche Bürger steuerten schon Beträge bei, ebenso wie die politische Gemeinde und die Aktion Mensch – noch immer fehlen allerdings 80 000 Euro.

Zukünftig sollen ein ebenerdiger Eingang und ein Aufzug das 1966 eingeweihte und Ende der 90er-Jahre teilmodernisierte Gemeindehaus auch für Rollstuhl- oder Kinderwagenfahrer zugänglich machen. Neben der energetischen Sanierung und neuen Sanitäranlagen bleibt die Raumaufteilung ähnlich, wobei es auf den Teilen des jetzigen Kirchhofes zukünftig ein größeres Foyer zur Begegnung und einen regengeschützten Übergang zur Kirche gibt. Bereits im Februar soll der Rohbau stehen, etwa im Herbst nächsten Jahres soll das neue Gemeindehaus in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

„So wie jeder Hammerschlag das alte Gemeindehaus verändert, so glaube ich auch, dass der Bauprozess uns als Gemeinde verändern wird: Gott möchte auch unser Miteinander neu stärken“, wünschte sich Architekt Schaller. Bürgermeister Prayon lobte den Mut der Bauherren und bedankte sich für die stets enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, beispielsweise im Kindergarten- oder Diakoniebereich: „Der Segen kommt nicht durch den Bau, sondern durch die Menschen, die darin wirken.“