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Im baden-württembergischen Gemeindetag engagiert sich Jürgen Kurz (rechts), hier mit Präsident Roger Kehle im Nieferner Bürgerhaus, seit 33 Jahren. Den Vorsitz im Bildungsausschuss gab er nun auf.  Foto: Ketterl, Archiv
Im baden-württembergischen Gemeindetag engagiert sich Jürgen Kurz (rechts), hier mit Präsident Roger Kehle im Nieferner Bürgerhaus, seit 33 Jahren. Den Vorsitz im Bildungsausschuss gab er nun auf. Foto: Ketterl, Archiv
30.10.2015

Neue Bildungsaufgaben belasten Gemeindefinanzen

Bürgermeister müssen sich mit immer mehr schwierigeren Bildungsfragen beschäftigen. Eigentlich ist die Aufgabenteilung für die Schulen klar: Das Land bezahlt die Lehrer, die Kommunen sind für Räume, Hausmeister und Sekretärinnen zuständig.

„Doch neue Schularten wie die Gemeinschaftsschule, das Ausbluten der Hauptschulen, die Eingliederung behinderter Kinder in die Regelschulen, Ganztagsbetreuung, neue Unterrichtsziele des Kultusministerium und die Aufnahme von Flüchtlingskindern in den Schulbetrieb werden zu großen Herausforderung für die Kommunen“, sagt der Niefern-Öschelbronner Bürgermeister Jürgen Kurz.

Der Schultes, 67 Jahre, Vizepräsident des baden-württembergischen Gemeindetags, war sein halbes Leben lang im Bildungsausschuss des Verbandes aktiv. Seit 1998 stand er an der Spitze der Bildungsexperten unter den Bürgermeistern , nun wurde er in Niefern verabschiedet. 2016 geht er in den Ruhestand. Der Ausschuss wählte den Rathauschef Michael Lutz aus Waldenbuch zum Nachfolger.

Der Flüchtlingsansturm und der abzusehende enorme Zuzug von Kindern werde die Sachkosten der Gemeinden in die Höhe treiben, befürchtet Kurz. Da müsse das Land bei der Schulfinanzierung nachbessern. „Außerdem stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, weitere Haupt- und Werkrealschulen zu schließen“, so der bisherige Vorsitzende des Bildungsausschusses. Die regionale Schulentwicklung des Landes müsse künftig das Asylthema viel stärker berücksichtigen.

Der Gemeindetag mache sich auch dafür stark, die Sachkostenpauschale des Landes pro Schüler zu verbessern. Die Schularten würden auseinander driften, bei Gemeinschaftsschulen erhielten die Schulträger mehr Geld als für Realschulen. „Dieses Ungleichgewicht diskutieren wir aber bereits mit der Landesregierung, so Kurz.

Mit hohen Kosten rechnen die Städte und Dörfer, wenn 2016 die neuen Bildungspläne eingeführt werden – künftig wird die Medienbildung der Kinder betont. Das führe zu einem Spagat zwischen begrenzter Computerausrüstung und pädagogische Aufgabe. „Wir empfehlen dem Land, enger mit den kommunalen Rechenzentren zusammenzuarbeiten“, sagt Kurz Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.