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14.01.2010

Neue Erkenntnisse über Bankräuber

ENGELSBRAND-SALMBACH. Nach dem Überfall auf die Sparkassenfiliale im selben Muster wie zwei früherere Raube, sprechen die Indizien laut Polizei für einen Serientäter. Jedes Mal schlug er kurz vor der Filialschließung zu.

„Ja, wir gehen vom selben Täter aus“, sagte Polizeisprecher Michael Sengle auf PZ-Nachfrage. Beweise gebe es nicht, Indizien schon: Im September war die Sparkassen-Filiale in Büchenbronn kurz vor der Mittagspause ausgeraubt worden, am 3. Dezember traf es die Salmbacher Filiale zum ersten Mal, und am Donnerstagabend betrat der Bankräuber sie wohl zum zweiten Mal – beide Male kurz vor Schließung der Filiale um 18 Uhr.

In der Sparkasse befanden sich zwei junge Mitarbeiter, die sich laut Sparkassen-Direktor Fred Theurer vorbildlich verhalten hätten. Nach seinen Angaben seien es nicht die selben Mitarbeiter wie beim ersten Überfall gewesen. „45 Sekunden später wären alle Türen geschlossen gewesen. Der Täter wusste genau, wann wir schließen“, so Theurer.

Die Filiale blieb gestern geschlossen, die Mitarbeiter sind vorerst von der Arbeit befreit. „Sie werden von Psychologen betreut und entscheiden selbst, wann sie wieder fit sind“, sagte Theurer.

Anders als noch am Donnerstagabend geht die fünfköpfige Ermittlungsgruppe inzwischen nicht mehr von einem Alter des Täters zwischen 16 und 18 Jahren aus. Nach eingehenden Zeugenbefragungen spricht die Polizei von 18 bis 25 Jahren. Genauso möchte Sengle den anfangs genannten russischen Akzent nicht mehr bestätigen: „Er rollt den Buchstaben ,R’, das kann auch heißen, dass er zum Beispiel aus Bayern kommt.“

Wie bereits beim ersten Mal in Salmbach erbeutete der Täter einige Tausend Euro. Dass er wie beim ersten Überfall in Salmbach mit dem Rad flüchtete, schließt die Polizei nicht aus.

Die genaue Ortskenntnis, die Flucht zu Fuß oder mit dem Rad, und drei Überfälle in zwei nahe gelegenen Orten innerhalb kurzer Zeit deuten laut Polizei darauf hin, dass der Täter aus der Gegend kommt. Die Spuren, die am Tatort gefunden wurden, werden laut Sengle kriminaltechnisch untersucht. Zusammen mit den bereits gesammelten Erkenntnissen aus den beiden früheren Überfällen, lassen sie vielleicht auf den Täter schließen.

Ob die aktuelle Beute markiert gewesen ist, wollten Sengle und Theurer auf PZ-Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Beamte zeigen vor Ort nun mehr Präsenz, wie der Polizeisprecher ankündigt. Er bittet die Bevölkerung, verdächtige Personen und Beobachtungen zu melden.

Die Sparkasse erhöhte die Belohnung von 3000 auf 10 000 Euro.

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