Neue Grab-Arten halten Einzug in Bad Wildbad – Wunsch nach Friedwald

Bad Wildbad. Große Zustimmung gab es im Bad Wildbader Gemeinderat für die von der Verwaltung vorgelegte neue Friedhofssatzung vor allem in einem Punkt: Der vielfach geäußerte Wunsch nach Wiesengräbern findet eine Umsetzung auf den Friedhöfen in Aichelberg, Sprollenhaus, Hünerberg und Meistern. In Bad Wildbad besteht als besondere Form das gärtnerbetreute Grabfeld, in Calmbach ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ein solches Angebot nicht möglich.

Nach rund 14 Jahren wird damit eine Satzung abgelöst, die wegen geänderter Bestattungs- und Gestaltungswünschen eine Neufassung dringend nötig machte. Verbunden damit ist auch eine Neuberechnung der Gebühren – und da herrschte Verwunderung bei vielen Gemeinderäten über die Kosten der Pflege durch den Baubetriebshof für ein Wiesengrab. 1070 Euro sind dafür angesetzt - „Ist die Wiesenpflege so aufwendig?“, fragte sich nicht nur Rita Locher (FWV/FDP). Der Hinweis der Verwaltung auf 14-tägig notwendiges Mähen überzeugte sie nicht.

Abgeändert werden auf Wunsch des Gemeinderates aber die Gebühren für die Nutzung der Friedhofskapelle Calmbach, die mit 180 Euro, also dem gleichen Betrag wie die Wildbader Kapelle, angesetzt war. Nicht vergleichbar seien die beiden Gebäude mit ihren Möglichkeiten, argumentierte man. Bürgermeister Klaus Mack überzeugte das. Er ließ für Calmbach 100 Euro veranschlagen.

Festgesetzt ist die neue Gebührenordnung, die zum 1. September in Kraft tritt und nach zwei Jahren evaluiert werden soll, auf der Basis eines Deckungsgrades von 60 Prozent. Jürgen Schrumpf (SPD) mahnte an, die soziale Komponente nicht außer Acht zu lassen und Einsparpotenziale zu prüfen: „Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass eine in großen Teilen einkommensschwache Bevölkerung immer stärker zur Kasse gebeten wird.“ Jochen Borg (CDU) ließ der Aufschlag bei den Grabkosten für Auswärtige aufhorchen. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, fand er und forderte ebenso eine Weiterentwicklung der Bestattungsformen. „Wir haben schon vor 15 Jahren einen Friedwald gefordert“, sagte Borg mit Blick auf eine solche Einrichtung bei Zavelstein. „Da müssen wir dran bleiben.“