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Rückblick auf ein umstrittenes Projekt: Im August erläuterte Rudi Bleich vom  Musikverein Dietlingen bei einem Besuch durch die PZ die Vorzüge der neuen  Vereinshütte. Schon damals erläuterte er ganz offen die Nutzungsmöglichkeiten im  Sinne der Jugend- und Nachwuchsarbeit, die nun bei einigen im Kelterner  Gemeinderat für kritische Worte sorgten.
Rückblick auf ein umstrittenes Projekt: Im August erläuterte Rudi Bleich vom Musikverein Dietlingen bei einem Besuch durch die PZ die Vorzüge der neuen Vereinshütte. Schon damals erläuterte er ganz offen die Nutzungsmöglichkeiten im Sinne der Jugend- und Nachwuchsarbeit, die nun bei einigen im Kelterner Gemeinderat für kritische Worte sorgten. © Ketterl
23.11.2011

Neue Hütte des Musikvereins Dietlingen im Visier

KELTERN Selten äußern sich Mitglieder des Kelterner Gemeinderats öffentlich und damit vor Publikum so direkt, wie in dieser Woche auf der Sitzung im Ellmendinger Bürgersaal. Regelrecht „untergejubelt“ worden sei dem Gemeinderat das Bauvorhaben des Musikvereins Dietlingen im Gewann Bürkig, konstatierte Michael Trägner von der FWG. Nur „scheibchenweise“ sei klar geworden, was mit der Vereinshütte wirklich bezweckt werde.

Da hätte er sich „mehr Ehrlichkeit gewünscht“, bedauerte Trägner und ließ wissen, dass „er sich hintergangen“ fühle. Der ganze Vorgang stoße ihm mittlerweile sauer auf. Zuvor hatte bereits Hermann Becker von der CDU seinen Unmut geäußert. Er komme sich angesichts der Historie des Projekts „gelackmeiert“ vor. Zuerst sei das Bauvorhaben als Unterstellraum für Musikinstrumente mit einer Toilettenanlage vorgestellt worden, dann sei mehr oder minder ein Ausflugshäuschen entstanden.

Hoch gekommen war die Diskussion, weil mittlerweile der Enzkreis eingegriffen hat. Als Aufsichtsbehörde war er ins Spiel gekommen, weil vor Ort eine in Keltern unbekannte Person die Maße der Vereinshütte offenbar nachgemessen hatte. Und siehe da: Die Vorgaben des Bebauungsplans waren nicht exakt eingehalten worden. Überschritten, wenn auch nur geringfügig, waren die Grundfläche und die Firsthöhe des Gebäudes, unterschritten dagegen die Traufhöhe. Zudem war vom Musikverein der Dachspeicher als Schlafbereich für Jugendliche konzipiert worden. Einen Rückbau wollte man beim Landratsamt aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht veranlassen. Allerdings musste sich nun der Gemeinderat zwangsläufig mit der Materie beschäftigen, denn nur eine nachträgliche Genehmigung macht das in den Sommermonaten bereits abgeschlossene Projekt legal. Bürgermeister Ulrich Pfeifer legte sich für den MV Dietlingen im Gemeinderat mächtig ins Zeug. Und bei der Abstimmung hatten sich die Wogen im Gemeinderat wieder geglättet. Bei 13:2 und zwei Enthaltungen votierte der Rat mit einer eindeutigen Mehrheit dafür, die Bauausführung samt Nutzung nachträglich zu genehmigen. mar