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Testfahrt: eine Abellio-Bahn in Mühlacker. Zum Betriebsstart im Juni kann Bombardier aber nicht genügend Züge liefern. Bislang ist das Problem ungelöst. Foto: Marx
Testfahrt: eine Abellio-Bahn in Mühlacker. Zum Betriebsstart im Juni kann Bombardier aber nicht genügend Züge liefern. Bislang ist das Problem ungelöst. Foto: Marx
06.03.2019

Neue Linienzüge als RE-Ersatz: Starthilfe unumgänglich für Abelio

Stuttgart/Pforzheim/Enzkreis. Bei Abellio Baden-Württemberg wird anders als bei Mitbewerber Go-Ahead noch kräftig hinter den Kulissen verhandelt. Bahnlieferant Bombardier hatte jüngst die Bombe platzen lassen, dass man zum Abellio-Start im Stuttgarter Bereich im Juni nicht ausreichend Zugmaterial liefern könne. Beim Personal sehe es aufgrund der stufenweisen Inbetriebnahme von Linien zum Betriebsstart aber „sehr gut aus“, wie die für Marketing und Kommunikation zuständige Abellio-Sprecherin Hannelore Schuster auf PZ-Nachfrage unterstreicht.

Zur Aufnahme der Strecken Stuttgart/Pforzheim sowie Stuttgart/Mühlacker/Heidelberg werde man rund 50 Triebfahrzeugführer und 40 Kundenbetreuer aufbieten können. Beim Personal sei man damit voll betriebsbereit. Im Übrigen, so Schuster, gehöre Risikomanagement zur Betriebsführung dazu. Zur Erinnerung: Ab 9. Juni übernimmt Abellio in der Region die vormaligen RE- und Go-Ahead die IRE-Linien von der Deutschen Bahn (DB).

Als eine Zusammenarbeit mit Vorbildcharakter“, charakterisierte es das Landesverkehrsministerium in Stuttgart: Nicht nur von einer Kooperation, sondern gar von einem „engen Schulterschluss“ war Ende Februar die Rede, als DB Regio und Go-Ahead im Beisein des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann den Vertrag abzeichneten. Das gemeinsame Ziel, so war der diesbezüglichen Mitteilung aus dem Ministerium zu entnehmen: Man wolle unbedingt „den Betriebsübergang von DB Regio an Go-Ahead im Juni im Sinne der Fahrgäste möglichst reibungslos gestalten.“ Im Kern sieht die Vereinbarung der beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen vor, dass DB Regio im Stuttgarter Netz zum Fahrplanwechsel am 9. Juni Go-Ahead mit Lokführern unterstützt. 30 davon wird DB Regio bei Go-Ahead einsetzen. Zugleich starten Mitarbeiter von Go-Ahead ihre Arbeit für die DB Regio auf diversen Strecken. Die Vereinbarung ist immerhin auf drei Jahre ausgelegt und geht damit über eine kurzfristige Starthilfe hinaus.

Die Vertragsunterzeichnung erstaunte politische Beobachter nicht: Seit Jahresbeginn wurden in der Landeshauptstadt die Stimmen derer lauter, die mutmaßten, dass es für die neuen Anbieter beim Personal, insbesondere im Segment der heiß begehrten Lok- und Triebfahrzeugsführer sehr, sehr eng werden könnte. Mit Verweis auf eigene Werbe- und Ausbildungsanstrengungen sowie attraktive Haustarifverträge begegnete man bei Abellio und Go-Ahead Kritikern und Zweiflern in der Vergangenheit mit viel Optimismus und Zuversicht.

Mehr lesen Sie am 7. März in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.